Das war kein guter Tag für Gauck – Luc als linke Gaukelei

So kann’s gehen im Kandidatenleben: eben noch obenauf, dann plötzlich von einem oder einer Anderen nach unten gezogen. Für Joachim Gauck war das kein guter Tag, Luc als linke Anti-Gauckerin ist Schuld. Obwohl sie chancenlos ist, kandidiert Luc Jochimsen für das Amt des Bundespräsidenten. Eine echte linke Gaukelei.

Damit hat die Linke wieder einmal ihre Politikunfähigkeit unter Beweis gestellt, und ich glaube, die Eitelkeit der linken Luc Jochimsen hat einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen. Wir wissen aus vielen Fernsehbeiträgen und Kommentaren, dass die einstige Star-Korrespondentin und Chefredakteurin gern in die Kamera lächelt und im Scheinwerferlicht steht.  Als Journalistin war dies okay. Aber muss sie ausgerechnet als Bundespräsidentenkandidatin im Rampenlicht stehen?

Natürlich muss sie es. Sie erfüllt damit ihre eigene Mission, in die Geschichte der Mediendemokratie einzugehen als antikapitalistische Lukrezia, die „immer auf der anderen Seite“ stand. Sie ist immer gern gegen den Strom geschwommen, weil sie es sich leisten konnte. So hat sie als Antikapitalistin im System und mit dem System prächtig verdient. ARD-Chefredakteurinnen sind nicht schlecht bezahlt, und auch als Bundestagsabgeordnete bleibt sie ihrem Status treu. „So eine Kandidatur hat immer mit dem eigenen Leben zu tun“, schreibt sie in ihrem Blog. Und genau das ist ihr Problem – dass sie sich in dieser Frage nicht zurückhalten und zurücknehmen konnte. Von einer „Kamikazeaktion“ spricht deshalb die TAZ.

Aber Luc Jochimsen erfüllt ja auch eine andere Funktion, eine Mission vielleicht:  Sie gibt den Linken den Freibrief, gegen den aufrechten Demokraten, Bürgerrechtler und Stasibekämpfer Joachim Gauck zu stimmen. Nein, diesen Friedensmann kann die Linke mit ihren SED-Traditionen niemals wählen. Und so sinken die Chancen des heimlichen Volkskandidaten Gauck  drastisch. Angela Merkel braucht nur zuzuschauen und – nichts zu machen. Die Opposition, eben noch geeint und gestärkt, zerlegt sich selbst. Das kann sie gut.

Auch bei Gauck läuft nicht mehr alles so rund wie am ersten Tag. Wie erwartet – vor allem wenn einer Kandidat der Bildzeitung ist – schauen jetzt auch kritische Geister aus den Reihen der SPD und der Grünen etwas genauer hin und entdecken Punkte, die ihnen nicht genehm sind. Die sind nicht tragisch, aber sie werden aufmerksam registriert und publiziert. Gaucks Mitgliedschaft in der Atlantikbrücke steht beispielhaft dafür. (Obwohl ich eine völlig andere Grundeinstellung als der linke @Spiegelfechter vertrete, ist dessen Analyse sehr lesenswert).

Eine bisher unbekannte Gefahr taucht als Begleiterscheinung der Popularisierung der Wahl durch Gauckomanie auf: Die Statements sind nicht zu kanalisieren oder gar zu kontrollieren. Manche sind einfach nur putzig-süß.

Doch manche Unterstützer sind so peinlich, dass man sich besser nicht mit ihnen sehen oder hören lässt. Die einen sind einfach nur naiv. Wenn ein so genannte PR-Journal giftet: „Ehrenmann gegen Volksverdummer“, dann ist das keine Unterstützungs-PR, sondern Negativ-Campaigning. So plump macht man das nicht, weil man die Unsicheren abstößt, die potenziellen Wähler irritiert. Das schadet Gauck. Indirekt unterstützt die Linke damit jetzt Christian Wulff. Das sind die Risiken von Volkskampagnen: Sie sind nicht durchgängig zu kontrollieren. Querschläger bremsen die Euphorie.

Die größte Euphoriebrems aber ist Luc Jochimsens. Die Linken haben schon jetzt eines geschafft: Sie haben die gute Gauck-Stimmung gestört. Derzeit sind sie dabei, das ganz Ding zu vergaucken – pardon: zu vergeigen.

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