Einschnitte bei offenen Immobilienfonds? Bundesregierung plant starke Regulierung

Bei Immobilienfonds sind offenbar einschneidende Veränderungen geplant. Das schrieb die Süddeutsche Zeitung am Freitag, 4. Juni, in ihrem Immobilienteil. Demnach plant die Bundesregierung eine massive Regulierung der Fonds, die zu den beliebtesten deutschen Anlageninstrumenten zählen. Von Änderungen wären also hunderttausende Bundesbürger betroffen. Im SZ-Beitrag „Neue Welle“ von Peter Horn heißt es: „Künftig soll für alle Anleger eine zweijährige Mindesthaltefrist gelten. Hinzu kommt nach den Vorstellungen des BMF eine Kündigungsfrist zwischen sechs und 24 Monaten“. Das sehe ein Gesetzentwurf des Ministeriums vor. Wenn sich dies bewahrheitet, wäre dies ein massiver Einschnitt, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Sparverhalten der Deutschen auswirken wird.

Einerseits würde bei den Fonds mehr Stabilität erreicht, weil vor allem institutionelle Anleger nicht mehr börsentäglich große Summen abziehen könnten. Andererseits. Andererseits hätten Privatanleger nicht mehr die Chance einer täglichen Rückgabemöglichkeit. In kreisen der Immobilienbranche und der Banken heißt es, der Plan der Bundesregierung breche fundamental mit dem Charakter der deutschen offenen Immobilienfonds.

Das dürfte zu einem weiteren Abzug von Geldern aus diesem Bereich und einem Schrumpfungsprozess führen.

Mir wollte ein Geldinstitut noch 2008 Immobilienfonds verkaufen. Ich hatte damals abgelehnt und auf die wachsende Leerstandsgefahr hingewiesen. Das scheint sich jetzt zu bestätigen. So schrieb die FAZ am 26. April: Immobilienfonds haben sich verzockt: „Die nächste Blase platzt: Büroimmobilien wurden viel zu teuer gekauft Jetzt fallen die Preise, und trotzdem will niemand etwas mieten. Ist das der Beginn einer neuen Finanzkrise?“

Ich bin kein Rechthaber-Typ. Aber ich hatte 2007 schon geschrieben: „Wie die deutsche Wohnungswirtschaft das Leerstandsproblem schön rechnet“. Und nun haben wir ein deutsches und ein internationales Problem. In der kaum beachteten FAZ-Meldung heißt es: „Für den ersten Schock sorgte die amerikanische Großbank Morgan Stanley. Ihrem Immobilienfonds MSREF VI droht ein dramatischer Wertrückgang um 6,6 Milliarden Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Goldman Sachs folgte kurz danach und meldete, dass das Eigenkapital des weltweiten Fonds „Whitehall Street International“ fast völlig aufgebraucht ist. Und schließlich räumte die Deutsche Bank ein, dass sie einem milliardenschweren Immobilienfonds in Amerika finanziell unter die Arme greifen musste. Die Verluste sollen mindestens 65 Prozent betragen.“

Da sind wir gespannt, was noch kommt… Die Meldungen klingen jedenfalls nicht gut.

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