FAZ-Oekonomenranking – Flach-Sinn ohne Sinn

“Auf diese Ökonomen hört das Land”, tönt die FAZ. Dabei preist sie ihre “Rangliste der Ökonomen” (FAZ 207, S. 22) gleich viermal an: Als Aufmacher im Wirtschaftsteil  (“Auf diese Ökonomen hört das Land”, S. 19), als Kommentar (“Hört den Experten zu”, S. 19), als Erklärstück (“So entstand die Rangliste der Ökonomen”, S. 22) und als Sinn-Lobhudelei (“Der Euro-Streiter”, S. 26). Da muss akute Artikelnot bei der FAZ geherrscht haben. In solchen Fällen kann man auf mehrfache Weise abhelfen: mit großen Fotos (Sinn beim Telefonieren – so hat man Artikel vor 30 Jahren illustriert), mit einer bunten Ranking-Liste nach Art des Focus oder mit einer Vielzahl ähnlicher Artikel zu einem Thema.

“Ist das Kunst oder kann das weg?” – dieser Buchtitel ist mir zuerst eingefallen, als ich den Wirtschaftsteil der FAZ gelesen habe. Aber so einfach sollten wir uns die Sache nicht machen. Es macht ja Sinn, um es ungermanistisch denglisch, aber treffend zu formulieren, den FAZ-Kronzeugen Hans Werner Sinn in den Himmel zu heben, wenn man ihn als WirtschaftsleiDmedium  immer wieder selbst zitiert.

Hätte der Chef des Münchener Ifo-Instituts (“Ich bin als politischer Ökonom angetreten, die Welt zu verbessern”) nicht schon so viel Flach-Sinn verbreitet, hätte ich mir kaum die Mühe gemacht, der Sache mit den einflussreichsten Ökonomen auf den Grund zu gehen. So hat die FAZ die öffentliche Wirkung anhand von Zitaten und Umfragepunkten in Medien und bei Politikern und Ministerialen ermitteln lassen und dann mit einem höchst merkwürdigen Punktsystem “gewichtet”, das nicht ganz an gelbe Engel heranreicht, aber höchst verzerrend wirkt. Wie man mit Mediengeplauder bei FAZ, Morgenmagazin und anderen Medien an die Spitze rückt, wissen Ökonomen, die fernsehöffentlich aktiv sind: Je querer das Zitat, desto größer die Chance, von Medien wahrgenommen zu werden. Und da man mit den beiden Kategorien Medien und Politik gleich doppelt punkten kann, ist ein Sieg in diesen Kategorien schon die doppelte Miete.

Nun könnte man die Punkte so verteilen, dass Sinn 250, Marcel Fratzscher 249, Clemens Fuest 248 Punkte, Lars Feld 247 bekäme. Das wäre aber womöglich nicht im Sinne der FAZ und ihrer Rankingmacher, denn Sinn ist im Sinne des Rankings forschungsschwach und erhält dort nur 65 Punkte. Damit liegt er unter “ferner liefen…”

Also gab es “proportionale” Punkte, was immer dies bedeutet. So hat Sinn in den gewichtigen Kategorien als viel zitierter Querschießer jeweils 250 Punkte, der jeweilige zweitplatzierte aber nur 201 (Marcel Fratzscher, Medien) bzw. 212 (Peter Bofinger, Politik) Punkte. Noch schlimmer trifft es die ausgewiesenen und in der Fachliteratur viel zitierten Forschungsgrößen Axel Ockenfels (Universität Köln) und Ludger Wößmann (Ifo-Instiut). Ockenfels, immerhin drittwichtigster Ökonom in der FAZ-Liste, erhält im Medienranking ganz Punkte, im Politikranking gar null Punkte. Mit Verlaub: Das ist hirnrissiger Quatsch. Wößmann kommt in der Medienwirkung auf 10 Punkte, im Politranking auf 3 Punkte.

Würde man statt der “proportionalen” Gewichtung eine lineare zugrunde legen, würde die Liste mächtig durcheinandergewirbelt – und Hans Werner Sinn wäre nicht mehr die Nummer eins, sondern Einer unter Vielen. Marcel Fratzscher wäre dann Sieger. Axel Börsch-Supan vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter würden dann mächtig nach vorn rücken. Auch Claudia Kemfert würde einen Sprung nach vorn machen.

Wobei auch ein solches Ranking seine Tücken hat.

Vollends absurd wird der FAZ-Hubug, wenn Patrick Bernau “seine” vierfach gepuschte Liste zum Maßstab aller Dinge für die Politik machen will (Bürger, hört auf diese Ökonomen!).

Sehr geehrter Herr Bernau, Ihre Liste ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt ist. Wer Hans-Werner Sinn zum Sinn des ökonomisch-politischen Lebens macht, macht den Leicht-Sinn den Maßstab aller Dinge. Das ist flachsinnig.

Vergessen wir den Humbug. Und wenden wir uns wichtigeren Dingen zu.

P.S.:  Dass die unvermeidlichen Eurogegner, Henkel- und Hankel-Anhänger, Starbatty-Fans und AfD-Jünger ihren flachsinnigen und schwachsinnigen Senf unter die elektronischen VErsionen der FAZ-Artikel setzen, wunder nun gar nicht.

Was mich allerdings überrascht, ist ihr missionarischer Eifer, der nah am Geifer ist.

P.S.2: Dass Sinn zwar von der Politik und in den Ministerien wahrgenommen, aber nicht ernst genommen wird, legt das Ranking nahe. Das war sicher so nicht gewollt.

 

Armin König

Illingen feiert 10 Jahre Jazz in der Illipse

10 Jahre Jazz in der Illipse, das ist eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Sie hängt vor allem mit dem Namen Jochen Krämer zusammen. Der viel zu früh gestorbene Percussionist war mit Peter Kleiß zusammen der Gründer von „Gumbo“ – Jazz und Eintopf am Montag -, er hatte die Kontakte, er pflegte sein Netzwerk, und er sorgte dafür, dass die saarländische Jazz-Elite im Foyer der Illipse auftrat. Als dann SR 2 Kulturradio mit Jazzredakteur Dr. Peter Kleiß mit Livesendungen (Jazz live with Friends) hinzukam, wurden neue Maßstäbe gesetzt, der Jazz im Illtal wurde Saarlandweit eine erste Adresse. Dass auch Sponsoren wie die Sparkasse Neunkirchen und das Gaswerk Illingen daran einen großen Anteil haben, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Illingen ist etabliert. Kein Wunder, dass Bürgermeister und Kulturchef Dr. Armin König in einem Interview mit dem Kulturmagazin OPUS selbstbewusst erklärte: Im Jazz spielen wir in der Champions League.“ Und das ist nicht übertrieben. König hat Recht. „Aber wir mussten uns diesen Status hart erarbeiten,“ fügt er hinzu. Er muss es wissen – ohne seine Zustimmung läuft nichts. Bei allen Freiheiten für die Kulturamtsleitung hatte er immer ein entscheidendes Wort mitzureden. Und seit 2011 ist König nicht nur Bürgermeister, sondern auch Kulturchef.

Zu den Künstlern, die seit 2004 in der Illipse auftraten, gehörten nationale und internationale Echo- und Kunstpreisträger ebenso wie internationale Stars: Es ist ein Who is Who des Jazz: Michael Wollny, Iiro Rantala, Gwilym Simcock, Nils Landgren, Eliane Elias und die HR-Bigband, Billy Cobham (der 2005 im Tourplan noch schrieb „Illingen bei Saarbrücken“), Lyambiko, Christof Thewes, Thorsten Goods, Dieter Ilg, Wolfgang Haffner, Joscho Stephan und viele andere. Elfi Kleiß, die seit 5 Jahren das Booking organisiert, hatte schließlich die Idee des ersten saarländischen „Artist in Residence“. Die Wahl fiel auf Roman Wasserfuhr, den beeindruckenden Jazzpianisten, der seinen Bruder Julian Wasserfuhr mitbrachte, einen begnadeten Jazz-Trompeter. Sie begeisterten die Zuhörer im Rathaussaal und werden auch bei 10 Jahre Jazz in der Illipse für ein volles Haus sorgen. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wird Euro-Jazz vom Feinsten zelebriert. Der Samstag beginnt mit der HR Bigband & Musikern der Großregion, anschließend das Julian & Roman Wasserfuhr Quartett. Der Sonntag zur Martinée: Memory-Jazz für Jochen Krämer mit den Percussionisten Dirk Rothbrust und Jonas Burgwinkel. Dirk ist ein Illinger „Eigengewächs“ , beide gehören heute zu den Großen ihrer Zunft in Deutschland. Nach dem Eintopf präsentiert das schwedische Klaviertrio JK3 seine neue CD Shine zum ersten Mal in Deutschland.

AK

König kritisiert, dass unabhängige Stabsstelle Bergbaukonflikte nur noch Anhängsel des Oberbergamts ist

Der Illinger Bürgermeister Dr. Armin König ist “sehr irritiert und enttäuscht” darüber, dass die bisherige “Stabsstelle zur Vermittlung in bergbaubedingten Konflikten” gewissermaßen in einer Nacht- und Nebelaktion dem Oberbergamt als “Stabsstelle Bergschäden” zugeschlagen wurde. “Das widerspricht eklatant der Ursprungsidee von Peter Müller: nämlich eine von RAG und Bergbaubehörden unabhängige Institution zu schaffen, die Menschen die Angst um ihr Hab und Gut haben, informiert, die vermittelt und Mediation leisten kann. Die Schaffung der neutralen Stelle war doch einer der Gründe, dass der Konflikt zwischen Bergbau und Bevölkerung in den betroffenen Gebieten entschärft werden konnte. Es war ein Pfeiler der Befriedung in Bergschadensgebieten. Deshalb ist es nach meiner Einschätzung falsch, die Stabsstelle nun zu einem Anhängsel des Oberbergamts zu machen.”

Für die Menschen in bergbaubetroffenen Orten sei dies eine Enttäuschung. Sei hätten schlechte Erfahrungen mit der jahrzehntelangen engen Zusammenarbeit zwischen Oberbergamt und Saarberg gemacht. “Das mag heute anders sein, aber ein schlechter Geschmack bleibt.”

Unglücklich sei auch, dass aus der “Vermittlung in bergbaubedingten Konflikten” nun die “Stabsstelle Bergschäden” wurde.

Die neue Organisationsstruktur nähre den den Verdacht, dass ab jetzt die Interessen des Bergbaus stärker gewichtet würden.
Das sei fatal angesichts der bevorstehenden Groß-Konflikte um die Frage des Grubenwassers im Saarland und der Berbau-Ewigkeitslasten. Auch deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet jetzt die Unabhängigkeit der Stabsstelle aufgegeben worden sei udn sie zu einer Dienststelle des Oberbergamtes gemacht worden sei.
Zwar werde auf der Webseite der “Stabsstelle Bergschäden: neutrale behördliche Stelle” ausdrücklich auf die Neutralität in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen hingewiesen. Dies beruhige die Betroffenen aber nicht, zumal ein “böser Schein” offensichtlich sei. Von der einst bundesweit gelobten Verhandlungsbasis auf Augenhöhe durch die Stabsstelle könne nun dem ersten Anschein nach nicht mehr die Rede sein.
König machte dies an zwei Beispielen der Webseite fest:
“Dem Bürger fallen sofort zwei Dinge ins Auge:
Die Kontaktadresse lautet nun “Oberbergamt des Saarlandes, Stabsstelle Bergschäden, Gangolf Hontheim”. Und wie die Faust aufs Auge passt dazu der direkte Link:

Anmeldung von Bergschäden

 
 

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Leszek Mozdzer und Ewa Kupiec in Illingen bei Musikfestspiele Saar 2015

Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist Illingen 2015 wieder bei den Musikfestspielen Saar vertreten. Mit dem polnischen Weltklasse-Jazzpianisten Leszek Mozdzer und der mit hochkarätigen internationalen Preisen ausgezeichneten, zauberhaft spielenden Chopin-Spezialistin Ewa Kupiec treten zwei herausragende polnische Interpreten in der Illipse auf. Den Auftakt macht Ewa Kupiec am 1. März am zweiten Tag der Musikfestspiele Saar. Sie hat in der Illipse bereits 2008 vor fünf Jahren mit Chopin und Paderewski begeistert. Mozdzer ist ein Weltstar des Jazz, dessen Platten mit Platin ausgezeichnet wurden. In der Berliner Philharmonie spielte er unter anderem mit Michael Wollny und Iiro Rantala zusammen, die im letzten Jahr in der Illipse für Begeisterung sorgten. Wenn der 1971 geborene Pole Leszek Możdżer heute als wichtigste Entdeckung des jüngeren polnischen Jazz und als einer der herausragenden Pianisten der internationalen Szene gilt, dann nicht zuletzt wegen seiner wegweisenden Grenzgänge zwischen Klassik und Jazz. Er ist der große Romantiker unter den europäischen Jazzpianisten.

Bio Leszek Mozdzer:

Możdżer spielt seit seinem fünften Lebensjahr Klavier und studierte in Danzig Klavier. Er schloss das Studium 1996 ab. Mit dem Jazz beschäftigte er sich seit seinem achtzehnten Lebensjahr. 1992 gewann er in Krakau bei dem Junior Jazz Festival einen ersten Preis. Seine ersten überregionalen Erfolge hatte er als Pianist der polnischen Band Miłość mit Mikołaj Trzaska. Seit Mitte der 1990er Jahre wird er von anderen Jazzmusikern eingeladen, bei Konzerten und CD-Aufnahmen in ihren Bands zu spielen. So spielte er national bereits mit Tomasz Stańko, Michał Urbaniak, Cezary Konrad und Anna Maria Jopek, international mit Pat Metheny, Lester Bowie, Arthur Blythe und Archie Shepp. Seine klassische Ausbildung gibt ihm die Fähigkeit auch die klassische Musik in seine Jazzimprovisation und Variationen einzubauen. So seine Improvisationen zu Melodien von Frédéric Chopin.

Außerdem komponierte er Musik für das Theater und für polnische Kinofilme. Er schrieb die Musik für die Inszenierung des Stückes Psychosis von Sarah Kane durch den polnischen Regisseur Grzegorz Jarzyna am Düsseldorfer Schauspielhaus und schrieb eine Musicalversion zu William Shakespeares Ein Sommernachtstraum, die am Musicaltheater in Gdynia ihre Welturaufführung hatte. Auch für das moderne Tanztheater in Poznań schrieb er Musik.

Seit er 2003 dem Bassisten und Bandleader Lars Danielsson bei einem Konzert in Warschau begegnete, haben die beiden kontinuierlich gemeinsame Projekte verfolgt. Als Resultat kamen dabei unter anderem vier Alben heraus. Die beiden in Polen veröffentlichten CDs mit dem israelischen Perkussionisten Zohar Fresco erreichten doppelten Platin-Status.[1]

Als Mitglied der Formation Lars Danielsson – Tarantella spielte Możdżer gemeinsam mit Mathias Eick (tp) und John Parricelli (g) auf dem Festival JazzBaltica 2010.

 

Quelle: Wikipedia

Homepage Mozdzer

 

Am Ende eines langen Tages in der Nikolaikirche zu Leipzig

(Dem brillanten Organisten und dem aufgeweckten jungen Vikar gewidmet)

Eingenickt
bei der Lesung
des Herrn
Vikar.
Beruhigend
zu wissen:
Der HERR
ist mit uns,
auch wenn wir schlafen.
Dann
sind wir die Braven.
Es orgelt sanft
des Himmels Melodei
bis Sturmgebraus
den Träumer
erschreckt und
zum Leben erweckt:
volles Register
zum Lobe des Herrn.
Dies Jauchzen
zum göttlichen Wohle
hört auch ein
Kathole
fern
von der Heimat
im protestantischen
Kirchenschiff gern.
Es lebe
die Ökumene!
Bene.

Armin König

Die Umweltrichtlinie 90/313/EWG als Motor der Informationsfreiheit in Europa

Zu den Meilensteinen auf dem Weg zum Umweltinformationsfreiheit in Europa gehört die erste Umwelt-Informationsrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft. Durch sie wurde Deutschland gezwungen, das Prinzip Amtsgeheimnis durch das Prinzip Aktenöffentlichkeit zu ersetzen – allerdings gegen zum Teil erheblichen Widerstand der Verwaltungen. Es war ein Paradigmenwechsel in Deutschland, ein Bruch mit jahrhundertealten Traditionen. Es verpflichtete Deutschland, das Grundrecht auf freien Zugang zu Umweltinformationen innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umzusetzen. Deutschland tat sich zwar schwer damit, erfüllte aber letztlich halbwegs die europäischen Vorgaben. Eine wichtige Etappe dabei war das Umweltinformationsgesetz UIG, das in der Folge auf Druck des EuGH mehrfach novelliert werden musste.

Die Richtlinie 90/313/EWG erfüllt also ihren Zweck.

Ziel der Richtlinie war es, “den freien Zugang zu den bei den Behörden vorhandenen Informationen über die Umwelt zu gewährleisten und die grundlegenden Voraussetzungen festzulegen, unter denen derartige Informationen zugänglich gemacht werden sollen.” Ausführlich begründet der Rat der Europäischen Gemeinschaften, warum diese umfassende Informationsfreiheit im Umweltschutz sinnvoll und notwendig ist:

“Es ist notwendig, in der gesamten Gemeinschaft allen natürlichen und juristischen Personen den freien Zugang zu den bei den Behörden in Schrift-, Bild-, Ton- oder DV-Form verfügbaren umweltbezogenen Informationen über den Zustand der Umwelt, Tätigkeiten oder Maßnahmen, die diesen Zustand negativ beeinflussen oder negativ beeinflussen können, sowie über Tätigkeiten oder Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu gewährleisten.”

Der Zugang zu umweltbezogenen Informationen im Besitz der Behörden werde den Umweltschutz verbessern.

Nur in “ganz bestimmten, genau bezeichneten Fällen” könne es “gerechtfertigt sein, erbetene umweltbezogene Informationen zu verweigern.” Der Antragsteller müsse die Möglichkeit haben, den Bescheid der Behörde anzufechten.

Neben den staatlichen Behörden hatte der Rat 1990 auch Dritte im Visier, “welche öffentliche Aufgaben im Bereich der Umweltpflege wahrnehmen.” Dies sei “ebenfalls zu gewährleisten”.
Und schließlich verpflichtete die Richtlinie 90/313/EWG die Behörden zur aktiven Verbreitung umweltbezogener Informationen. Sie “sollten der Öffentlichkeit allgemeine Informationen über den Zustand der Umwelt in aktiver Weise” mitteilen.

Der Rat verweist dabei auch auf eine Stellungnahme des Europäischen Parlaments zum vierten Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz. Darin wird unterstrichen, dass “die Unterrichtung jedes Bürgers durch eine spezifische Gemeinschaftsaktion möglich gemacht werden” müsse.

Als Informationen über die Umwelt gelten “alle in Schrift-, Bild-, Ton- oder DV-Form vorliegenden Informationen über den Zustand der Gewässer, der Luft, des Bodens, der Tier- und Pflanzenwelt und der natürlichen Lebensräume sowie über Tätigkeiten (einschließlich solcher, von denen Belästigungen wie beispielsweise Lärm ausgehen) oder Maßnahmen, die diesen Zustand beeinträchtigen oder beeinträchtigen können, und über Tätigkeiten oder Maßnahmen zum Schutz dieser Umweltbereiche einschließlich verwaltungstechnischer Maßnahmen und Programme zum Umweltschutz.”

Zehn Jahre nach Einbringung der Richtlinie, am 29. Juni 2000, schrieb die Kommission der Europäischen Gemeinschaft, die Richtlinie RL 90/313/EWG gehe “von der Auffassung aus, daß Umweltfragen am besten unter Beteiligung aller betroffenen Bürger auf der entsprechenden Ebene behandelt werden können. Das Bewußtsein der Bevölkerung für Umweltfragen und die Beteiligung an deren Erörterung hängen vor allem vom öffentlichen Zugang zu Informationen ab. Indem die Richtlinie den Zugang zu Informationen über die Umwelt fördert, leistet sie einen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Umweltfragen und damit auch zur Verbesserung des Umweltschutzes.”

Überall in Europa nutzen Bürger die Gelegenheit, bei den informationspflichtigen Stellen – also nicht nur bei den Behörden, sondern auch bei dritten Institutionen und bei Privaten – Informationen über die Umwelt zu erfragen. Das hat zur Transparenz beigetragen und zu mehr Fairness für die Öffentlichkeit geführt, die endlich die Chance hat, zumindest im Umweltbereich besser an politischen Entscheidungen teilzuhaben. “Denn nur umfassende Informationen, für die durch ausreichende Informationsquellen Sorge getragen wird, ermöglichen eine freie Meinungsbildung und -äußerung, für den einzelnen wie für die Gemeinschaft”. (BVerfGE 20 162 (174))

Inzwischen ist die Richtlinie 90/313/EWG durch die Richtlinie 2003/4/EG ersetzt. Und mit der Aarhus-Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag in Kraft, der die Grundlagen der Informationsfreiheit im Umweltbereich sehr gefestigt hat.

Doch noch immer fällt es der deutschen Verwaltung schwer, diesen Kurswechsel vom Amtsgeheimnis zur Informationsfreiheit zu akzeptieren. Aber das ist momentan noch ein zu weites Feld, das ich weiter beackern werde.

Armin König

 

http://arminkoenig.de/blog/2014/08/24/die-umweltrichtlinie-90313ewg-als-motor-der-informationsfreiheit-in-europa/

Uwe Timm (Kurzbiografie)

Uwe Timm

Biografie in Stichworten und Werkverzeichnis

Bio

 

geboren am 30. 3. 1940 in Hamburg.

1946-1955 Volksschule,

1955-1957 Kürschnerlehre,

1958-1961 Übernahme des väterlichen Kürschnergeschäfts nach dessen Tod,

1963 Abitur am Braunschweig-Kolleg, einem Erwachsenengymnasium;

1963-1971 Studium der Philosophie und Germanistik in München und Paris,

1966-1967 Studienaufenthalt in Paris,

1967/68 politische aktiv im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS).

1971 Promotion in Philosophie („Das Problem der Absurdität” bei Camus),

1970-1973 Zweitstudium der Soziologie und Volkswirtschaft in München.

Seit 1971 freier Schriftsteller.

1971/72 Mitbegründer der „Wortgruppe München”, Mitherausgeber der „Literarischen Hefte” und 1972-1982 der „AutorenEdition”.

1981 „writer in residence” an der Universität Warwick, Großbritannien. 1981-1983 Aufenthalt in Rom. 1991/92 Paderborner Gastdozentur für Schriftsteller. 1994/95 viermonatiger USA-Aufenthalt. Seit Herbst 1994 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, und des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

1994 “Writer in Residence” Universität Swansea

1997 “Writer in Residence” Washington University in St. Louis

2005 Poetikvorlesung Universität Bamberg

2009 Frankfurter Poetikvorlesungen Uni Frankfurt /M.

2009 Heinrich-Heine -Dozentur Leuphana Universität Lüneburg

2012 Kasseler Brüder-Grimm-Professur

Timm ist verheiratet und hat vier Kinder, er lebt in München.

Werke

„Das Problem der Absurdität bei Albert Camus”. Hamburg (Lüdke) 1971. (= Geistes- u. sozialwissenschaftliche Dissertation 20).

„Widersprüche”. Gedichte und ein Essay. Mit Zeichnungen von Carlo Schellemann. Hamburg (Neue Presse) 1971.

„Zwischen Unterhaltung und Aufklärung”. In: kürbiskern. 1972. H. 1. S. 79-90.

„Lesebuch 4. Freizeit. Texte zu einem schönen Wort und unserer Wirklichkeit”. Hg. zusammen mit Uwe Friesel. München, Gütersloh, Wien (Bertelsmann) 1973.

„Heißer Sommer”. Roman. München, Gütersloh, Wien (AutorenEdition) 1974. Lizenzausgabe: Berlin, DDR, Weimar (Aufbau) 1975.

„Über den Dogmatismus in der Literatur”. In: Kontext 1. Literatur und Wirklichkeit. Hg. von Uwe Timm und Gerd Fuchs. München (AutorenEdition) 1976. S. 22-31.

„Wolfenbütteler Straße 53. Zeit-Gedichte”. München (Damnitz) 1977.

„Morenga”. Roman. München (AutorenEdition) 1978. Lizenzausgabe: Berlin, DDR, Weimar (Aufbau) 1979.

„Kerbels Flucht”. Roman. München (AutorenEdition) 1980.

„Die Zugmaus. Eine Geschichte”. Mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann. Zürich (Diogenes) 1981.

„Deutsche Kolonien”. Hg. von Uwe Timm. München (AutorenEdition) 1981. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1986.

„Die Piratenamsel”. Illustriert von Gunnar Matysiak. Köln (Benziger) 1983. Überarbeitete Neuausgabe: Zürich, Frauenfeld (Nagel & Kimche) 1991.

„Lauschangriff“. Hörspiel. Westdeutscher Rundfunk 22.5.1984.

„Viele Wege führen nach Rom”. Film. Drehbuch und Regie. Westdeutscher Rundfunk. 1984.

„Kerbels Flucht”. Film-Drehbuch. Regie: Erwin Keusch. ZDF. 1984.

„Der Mann auf dem Hochrad. Legende”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1984. Lizenzausgabe: Berlin, DDR, Weimar (Aufbau) 1985.

„Morenga”. 3 Teile. Film-Drehbuch zusammen mit Egon Günther. Regie: Egon Günther. ARD. 1985.

„Der Schlangenbaum”. Roman. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1986. Lizenzausgabe: Berlin, DDR, Weimar (Aufbau) 1987.

„Der Flieger”. Drehbuch. Regie: Erwin Keusch. 1986.

„Rennschwein Rudi Rüssel”. Ein Kinderroman mit Bildern von Gunnar Matysiak. Zürich, Frauenfeld (Nagel & Kimche) 1989.

„Vogel, friß die Feige nicht. Römische Aufzeichnungen”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1989. Taschenbuchausgabe unter dem Titel „Römische Aufzeichnungen”: München (Deutscher Taschenbuch Verlag) 2000. (= dtv 12766).

„Kopfjäger. Bericht aus dem Inneren des Landes. Roman”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1989.

„Erzählen und kein Ende. Versuche zu einer Ästhetik des Alltags”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1993.

„Die Entdeckung der Currywurst. Novelle”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1993.

„Die Piratenamsel”. Hörspiel. Süddeutscher Rundfunk. 16. 4. 1994.

„Der Schatz auf Pagensand”. Mit Vignetten des Autors. Zürich, Frauenfeld (Nagel & Kimche) 1995.

„Rennschwein Rudi Rüssel”. Drehbuch zusammen mit Ulrich Limmer. Regie: Peter Timm. 1995.

„Johannisnacht. Roman”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1996.

„Die Bubi Scholz Story”. Berlin (Aufbau) 1998.

„Die Bubi Scholz Story”. Film-Drehbuch. Regie: Roland Suso Richter. ARD. 1998.

„Nicht morgen, nicht gestern. Erzählungen”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 1999.

„Eine Hand voll Gras. Ein Drehbuch”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2000. (= KiWi 580).

„Eine Hand voll Gras”. Drehbuch. Regie: Roland Suso Richter. 2000.

„Rot. Roman”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2001.

„Am Beispiel meines Bruders“. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2003.

„Der Freund und der Fremde“. Eine Erzählung. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2005.

„Halbschatten. Roman über Marga von Etzdorf”. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2008.

Von Anfang und Ende. Über die Lesbarkeit der Welt. Frankfurter Poetikvorlesung. Kiepenheuer & Witsch, Köln. 2009

Freitisch. Novelle. Kiepenheuer & Witsch, Köln ISBN 978-3-462-04318-1. 2011

Vogelweide. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 978-3-462-04571-0. 2013

Preise und Auszeichnungen:

Literaturförderpreis der Freien Hansestadt Bremen (1979);

Deutscher Jugendliteraturpreis (1990) für „Rennschwein Rudi Rüssel”;

Literaturpreis der Landeshauptstadt München (1990);

Bayerischer Filmpreis (1996);

Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2001);

Tukanpreis der Landeshauptstadt München (2001);

Stadtschreiber von Bergen-Enkheim (2002);

Münchner Literaturpreis (2002);

Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen (2003) für „Rot”.

Eric-Reger_Preis (2003) der Zukunftsintiatve Rheinland-Pfalz

Jakob-Wassermann-Literaturpreis (2006) der Stadt Fürth

Premio Mondello der Stadt Palermo und Premio Napoli (2006) für “Rot”.

Heinrich-Böll-Preis (2009)

Carl Zuckmayer-Medaille (2012)

Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München (2013)

(Bearbeitung nach: KLG/PEN-Autorenlexikon)

Copyright:

Armin König, 66557 Illingen

Stand 24.8.2014

 

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