Widerspruch der Gemeinde Illingen gegen Kreisumlage

Der Gemeinderat Illingen hat beschlossen, Rechtsmittel gegen die Kreisumlage 2014 einzulegen. Gleiche Beschlüsse haben auch die anderen Kreiskommunen im Landkreis Neunkirchen eingelegt. Der Widerspruch wird im November 2014 verhandelt.

In der Sitzungsvorlage des Gemeinderates Illingen wird der Widerspruch folgendermaßen begründet:

Rechtsmittel gegen die Festsetzung der Kreisumlage 2014

Mit Bescheid vom 23. Mai 2014 (eingegangen am 05.06.2014) wurde die Kreisumlage 2014 des Landkreises Neunkirchen für die Gemeinde Illingen auf 8.539.452,00 € festgesetzt. Damit steigt die Kreisumlage gegenüber der Festsetzung des Vorjahres von 8.088.120,00 € um 451.332,00 € an. Dies entspricht einem Steigerungssatz von 5,59. Im Doppelhaushalt 2013/2014 waren für das Haushaltsjahr 2014 auf der Grundlage der Finanzplanung des Landkreises 8.095.600,00 € veranschlagt. Dies hätte lediglich eine Steigerung von rund 7.000,00 € bedeutet.

Bereits bei der Verabschiedung des Kreishaushaltes 2014 haben die (Ober-) Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen den Anstieg der Kreisumlage gegenüber 2013 um insgesamt rd. 3,9 Mio. Euro kritisiert und eine Rechtsmittelprüfung gegen die Bescheide für das Haushaltsjahr 2014 angekündigt.

Seit Jahren ist eine stetige Steigerung der Kreisumlage festzustellen. Diese ständigen Erhöhungen sind in den kontinuierlich steigenden Kosten im Sozial- und Jugendhilfebereich begründet. Und dies trotz der zwischenzeitlich erfolgten Entlastungen durch den Bund bei den Leistungen der Grundsicherung im Alter. Darüber hinaus kommen weitere Kostenbelastungen durch die Vorgaben für die Bereitstellung von Krippenplätzen und aktuell die anfallenden Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen, die der Landkreis als Kostenträger über die Kreisumlage an die Kommunen weitergibt.

Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass die Kommunen durch die anstehende Haushaltskonsolidierung im Zusammenhang mit der Schuldenbremse vor großen Herausforderungen stehen, die durch die aktuelle Diskussion um die Streichung der Mittel des Kommunalen Entlastungsfonds ab dem Haushaltsjahr 2015 verschärft wird.

Der Saarländische Städte- und Gemeindetag (SSGT) hat am 5. Juni 2014 der Landesregierung und den Landtagsfraktionen einen Forderungskatalog zur kommunalen Finanzsituation übersandt (siehe Anlage 1). Dieser Katalog enthält u.a. die Forderung eines strikten Konnexitätsprinzips (Punkt 1. – „wer bestellt, bezahlt!“), die Forderung nach einer auskömmlichen Finanzausstattung der kommunalen Seite im Rah-men des kommunalen Finanzausgleichs (Punkt 2) sowie die Forderung nach Überarbeitung bzw. Ergänzung der rechtlichen Vorgaben zur Genehmigung des Umlagesatzes für die Kreisumlage (§ 19 KFAG) und Einbeziehung der Gemeindeverbände (Kreise) in die Pflicht zur Haushaltskonsolidierung (Punkt 3).

In der abschließenden Wertung zur kommunalen Finanzsituation (Punkt 15 des Forderungskataloges) weist der SSGT wiederum auf die Problematik hin, dass die Kommunen es nicht schaffen können, sich allein durch eigene Sparanstrengungen aus der Finanzmisere zu befreien und dass es hierbei vielmehr eines Zusammenwir-kens von Bund, Land und kommunaler Seite bedarf.

Wie bereits im Vorbericht zum Nachtragshaushalt der Gemeinde für das Haushalts-jahr 2014 dargestellt, klafft zwischen den Zuweisungen des Landes für die Gemeinde Illingen und die von der Gemeinde an den Landkreis zu entrichtenden Umlage eine immer größer werdende Lücke. (Siehe Anlage 2). Allein schon dieser Aspekt ist ein Indiz für die seit Jahren bestehende Schieflage. Darauf fußt auch die Kritik der Bürgermeister/Innen im Landkreis, die letztendlich zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Höhe der Kreisumlage geführt hat.

Gegen den am 23.05.2014 ergangenen Kreisumlagebescheid, der auf dem von der Kommunalaufsicht genehmigten Kreishaushalt 2014 basiert, hat die Gemeinde Illingen im Einklang mit den anderen Kreiskommunen mit Schreiben vom 30.06.2014 zunächst zur Fristwahrung vorsorglich Rechtsmittel eingelegt. Mit gleichem Schreiben wurde um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, hilfsweise die Aussetzung der Vollziehung gebeten. Daraufhin hat die Gemeinde nur den Anteil der Kreisumlage in Höhe der vorläufigen Festsetzung auf der Basis des Jahres 2013 gezahlt. Erst nachdem der Landkreis der Vollziehungsaussetzung nicht stattgegeben hat, wurde die entsprechenden Raten auf der Basis der Umlage 2014 an den Landkreis entrichtet.

Zur Begründung der eingelegten Rechtsmittel und Klärung der Frage, ob eine eventuelle Klage der Kommunen des Landkreises gegen den Landkreis Neunkirchen Aussicht auf Erfolg hat, wurde durch den Oberbürgermeister der Kreisstadt Neunkirchen die Einholung einer fundierten Rechtsberatung veranlasst. Dabei wurden die Beratungskosten auf die beteiligten Kommunen (3/7 Stadt Neunkirchen, die restlichen 4/7 anteilig von den übrigen Kommunen des Landkreises zu je 1/6) vorgeschla-gen. Der Kostenanteil der Gemeinde Illingen beläuft sich demnach auf rd. 1.800,00 EUR brutto. Über die Vorgehensweise wurde der Gemeinderat in der Sitzung am 17. Juli 2014 informiert.

Der Widerspruch wird vom Kreisrechtsausschuss verhandelt.

[Ende der Sitzungsvorlage]

Was die Erfolgsaussichten angeht, so können wir derzeit keine Prognose abgeben. Zum Einen halte ich den Kreisrechtsausschuss durchaus für befangen. Zum Zweiten gibt es im Saarland bisher keine gesicherte Rechtsprechung zugunsten Not leidender Kommunen. Zum Dritten hat aber das Bundesverwaltugnsgericht ein wegweisendes Urteil zugunsten der Kommunen gesprochen, das noch viele Folgen haben könnte.

Das Urteil des Bundesverwaltugnsgerichts

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 31.Januar 2013 ein wegweisendes Urteil gesprochen:

Eine Kreisumlage, die der Landkreis von seinen kreisangehörigen Gemeinden erhebt, darf nicht dazu führen, dass den Gemeinden keine finanzielle Mindestausstattung zur Wahrnehmung ihrer Pflichtaufgaben sowie von freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben mehr bleibt. Dies stellt das Bundesverwaltungsgericht klar. Ansonsten sei die Selbstverwaltungsgarantie (Art. 28 Abs. 2 GG) verletzt (Urteil vom 31.01.2013, Az.: 8 C 1.12).
Das dürfte auch für die finanziell Not leidenden saarländischen Kommunen von erheblicher Bedeutung sein. Nach Einschätzung des Verfassers ist nämlich die Selbstverwaltungsgarantie nach Art. 28 Abs. 2 GG in vielen Fällen existenziell verletzt.

Die Leitsätze (vom Verfasser)

1. Eine Kreisumlage, die der Landkreis von seinen kreisangehörigen Gemeinden erhebt, darf nicht dazu führen, dass den Gemeinden keine finanzielle Mindestausstattung zur Wahrnehmung ihrer Pflichtaufgaben sowie von freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben mehr bleibt.

2. Zwar enthält das maßgebliche Landesrecht, das die Kreise zur Umlageerhebung ermächtigt, bezüglich der Höhe der Umlage keine ausdrückliche Begrenzung. Diese folgt jedoch aus Art. 28 Abs. 2 GG, der die kommunale Selbstverwaltung institutionell garantiert und den Kommunen im „Kern“ eine finanzielle Mindestausstattung sichert, die unantastbar ist.

3. Da der Landesgesetzgeber die Kreisumlage in ein System aus mehreren Instrumenten des Finanzausgleichs zwischen Gemeinden, Kreisen und Land gestellt hat, ist eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Umlageverpflichtungen der Gemeinde geboten. Diese Grundsätze hat auch der Landkreis gegenüber den kreisangehörigen Gemeinden bei der Festsetzung der Kreisumlage zu beachten.

4. Führt die Kreisumlage aber im Zusammenwirken mit anderen Umlagen dazu, dass einer Gemeinde ihre Finanzkraft praktisch zur Gänze entzogen wird, ist das Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt. Allerdings ist die Grenze des verfassungsrechtlich äußerst Hinnehmbaren erst dann überschritten, wenn die gemeindliche Verwaltungsebene nicht nur vorübergehend in einem Haushaltsjahr, sondern strukturell unterfinanziert ist.”

Im Saarland ist dies in vielen Kommunen der Fall. Damit gewinnt das Urteil, das als nunmehr viertes in einer kommunalfreundlichen Entscheidungs- und Urteils-Serie einen neuen Trend wiedergibt, grundsätzliche Bedeutung. Dies kann sich auch auf den kommunalen Finanzausgleich und die Mindestausstattung der Kommunen auswirken.

Letztlich kann dies sogar zu einer Neuauflage der Diskussion über eine Länderneugliederung führen. Aber das ist ein zu weites Feld…

Dr. Armin König

Die Pressemitteilung des Gerichts:

Begrenzung der Kreisumlageerhebung durch kommunale Selbstverwaltungsgarantie

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass eine Kreisumlage, die der Landkreis von seinen kreisangehörigen Gemeinden erhebt, nicht dazu führen darf, dass den Gemeinden keine finanzielle Mindestausstattung zur Wahrnehmung ihrer Pflichtaufgaben sowie von freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben mehr bleibt.

Die Klägerin, eine kleine kreisangehörige Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz, wurde für das Jahr 2009 vom beklagten Landkreis zu einer Kreisumlage herangezogen, die bei Gemeinden mit überdurchschnittlicher Steuerkraft einen progressiven Anteil enthält. Dagegen hat die Klägerin geklagt, weil die Progression der Umlageerhebung im Zusammenwirken mit anderen Umlagen (Verbandsgemeindeumlage, Finanzausgleichsumlage, Gewerbe­steuerumlage) dazu führe, dass ihr Ist-Aufkommen an Steuern und Zuweisungen zu mehr als 100 % (genau: zu 108,2 %) abgeschöpft werde. Sie müsse deshalb allein zur Finanzierung ihrer Umlageverpflichtung Kassenkredite aufnehmen; zur Wahrnehmung freiwilliger Aufgaben verbleibe ihr kein Spielraum. Klage und Berufung blieben erfolglos.

Auf die Revision der Klägerin hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des Oberverwaltungsgerichts aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Oberverwaltungsgericht zurückverwiesen. Zur Begründung hat es ausgeführt: Zwar enthält das maßgebliche Landesrecht, das die Kreise zur Umlageerhebung ermächtigt, bezüglich der Höhe der Umlage keine ausdrückliche Begrenzung. Diese folgt jedoch aus Art. 28 Abs. 2 GG, der die kommunale Selbstverwaltung institutionell garantiert und den Kommunen im „Kern“ eine finanzielle Mindestausstattung sichert, die unantastbar ist. Daneben ist der Landesgesetzgeber an den allgemeinen Gleichheitssatz gebunden, der ihn verpflichtet, Kreise und Gemeinden sowie die Gemeinden untereinander bei seinen Maßnahmen zur kommunalen Finanzausstattung gleich zu behandeln. Für Differenzierungen bedarf es eines sachlichen Grundes. Da der Landesgesetzgeber die Kreisumlage in ein System aus mehreren Instrumenten des Finanzausgleichs zwischen Gemeinden, Kreisen und Land gestellt hat, ist eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Umlageverpflichtungen der Gemeinde geboten. Diese Grundsätze hat auch der Landkreis gegenüber den kreisangehörigen Gemeinden bei der Festsetzung der Kreisumlage zu beachten. Zwar bewirkt ein progressiver Umlagesatz an sich noch nicht eine vollständige Entziehung der vom Grundgesetz den Gemeinden garantierten Steuerhoheit. Das wäre erst der Fall, wenn die Steuerkraftunterschiede zwischen den umlagepflichtigen Gemeinden eingeebnet werden; doch so liegt es hier nicht. Führt die Kreisumlage aber im Zusammenwirken mit anderen Umlagen dazu, dass einer Gemeinde ihre Finanzkraft praktisch zur Gänze entzogen wird, ist das Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt. Allerdings ist die Grenze des verfassungsrechtlich äußerst Hinnehmbaren erst dann überschritten, wenn die gemeindliche Verwaltungsebene nicht nur vorübergehend in einem Haushaltsjahr, sondern strukturell unterfinanziert ist. Ob dies hier der Fall ist, muss das Oberverwaltungsgericht noch prüfen.

BVerwG 8 C 1.12 – Urteil vom 31. Januar 2013

Vorinstanzen:
OVG Koblenz 2 A 11423/10 – Urteil vom 28. April 2011
VG Trier 1 K 100/10.TR – Urteil vom 16. November 2010

Mariage romantique und Jazz und Höllgelände

Eine Trauung mit romantischen Klavierklängen und modernen Gedichten, anschließend ein Glas Crémant – das ist in dieser Form einmalig im Saarland. In Illingen sind Romantik-Trauungen schon lange ein Highlight, und immer öfter wollen Brautpaare aus anderen saarländischen Städten und Gemeinden in Illingen heiraten – weil es so schön hier ist. Ausschnitt gefällig? Bitteschön: „Dich dich sein lassen, sehen, dass Du nur Du bist, wenn Du alles bist, was Du bist“ oder: „Wenn zwei Menschen sich lieben, geht es um das Schicksal der Erde“. Dazu Klänge, die nicht nur Mütter und Schwiegermütter zu Tränen der Freude rühren: Es ist halt ein ganz besonderer „Moment in Time“, wenn „zwei Menschen Ja sagen zueinander“, denn dann „wollen sie die Liebe wagen…“ Für Bürgermeister und die Kolleginnen und Kollegen Standesbeamten sind es die schönsten Amtshandlungen, denn sie hören auf ihre Fragen immer nur die Antwort „Ja.“
Aber auch andere Veranstaltungen haben den Wohlfühlfaktor, etwa das Jubiläum „10 Jahre Jazz in der Illipse“, das wir am letzten Wochenende mit großen Stars der Jazz-Szene intensiv gefeiert haben. Schön war‘s, und auch die Ministerpräsidentin äußerte sich begeistert. Es war eine überregionale Werbung für Illingen. Die Gäste kamen aus allen saarländischen Landesteilen, aus Zweibrücken, Kaiserslautern und Luxemburg.
Natürlich hat auch der Illinger Wurstmarkt Kult-Faktor. Auch er zieht Menschen aus dem ganzen Saarland an. Das Wohlfühlfest im Oktober findet diesmal zum 30. Mal statt. Auch das ist ein Grund zum Feiern. Tim Johannes, stellte am Sonntag fest, seit er das Hotel Burg Kerpen führe, sei am Wurstmarkt immer gutes Wetter gewesen. Hoffen wir, dass er auch diesmal wieder Recht hat. Dem Theaterverein mit seinem Kriminalstück wünschen wir natürlich auch viel Erfolg.
Es gab über Facebook Anfragen, warum der Wurstmarkt jetzt mit Schwamm und nicht mehr mit Höll zusammen veranstaltet wird. Höll war schon im letzten Jahr kein Thema mehr – nach der Insolvenz und der Übernahme der Marke durch eine andere saarländische Firma gab es keinen Grund mehr, Höll zum privilegierten Partner zu machen. Schlimmer aber wiegt, was die Höll-Eigentümer hinterlassen und wie sie sich der Gemeinde gegenüber verhalten haben. Ich habe dazu einen Vortrag gehalten, der in einem Buch und einer Zeitschrift abgedruckt wurde: „Wem gehört die Stadt und wer regiert sie?“ Sie finden den Artikel auch im Internet.
Die Planungen zum ehemaligen Höllgelände laufen auf Hochtouren. Investoren und Gemeinde sind dabei, die Vorschläge der „vor-ort-ideenwerkstatt“ mit Roland Gruber in konkrete Pläne umzusetzen. Das wird was. Dass es soweit geschafft haben, ist vor allem das Verdienst von Ludger Wolf, der in meinem Auftrag unermüdlich verhandelt, kommuniziert, vermittelt und koordiniert hat – zusammen mit seinem Mitarbeiter Pascal Meiser. Natürlich geht dies nur mit Zuschüssen und der Kooperation der Landesplanung und der Innenministerin, der LEG und des Wirtschaftsministeriums, des ASB mit seinem Chef Guido Jost. Monika Bachmann und Jürgen Barke sind auf dem neuesten Stand der Information. Unsere nächste Aufgabe ist jetzt ein Nachtragshaushalt Anfang November, um den Eigenanteil zu finanzieren. Derweil läuft der Kreiselbau auf Hochtouren. Unsere Ideen und Vorschläge werden umgesetzt. Endlich wird man mitten in Illingen wieder Lebensmittel einkaufen können, wenn das Projekt fertig ist, das kann man jetzt schon sagen. Und auch das Thema Wohnen hat einen ganz hohen Stellenwert. Und der Markt wird einen eigenen Platz bekommen. Parken kann man natürlich auch bequem, auch wenn das nun wirklich nicht das erste Gestaltungselement ist. Spannende Zeiten. In Illingen tut sich was. Wir jammern nicht, wir handeln. Das ist gut für die Gemeinde und gut für die Bürgerinnen und Bürger.

Armin König

Klassik vom Feinsten in der Illipse – Ein goldener November

Illingen präsentiert Klassik- und Gesangsstars im Abo – zu sensationell günstigen Preisen. Nirgendwo können Sie zu solch unschlagbaren Preisen Klasse-Interpreten live erleben. Und wenn Sie Glück haben, können Sie sogar zwei Abokarten für Martin Stadtfeld (Klavier), das London Quartet (A Capella) sowie Maria Haupenthal & Miriam Möckl (Klavier und Gesang) gewinnen. Insgesamt verlosen wir fünf mal zwei Klassik-Abos im Gesamtwert von 500 Euro (der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen). Es lohnt sich, mitzuspielen. LesenSie dazu mehr am Ende dieses Artikels. Die Verlosung ist ein Bonbon unserer Klassikreihe, die viel Spaß und viel Musikgenuss verspricht. Wir wollen Ihnen einen „Goldenen November“ präsentieren. Musikalisches Vergnügen statt November-Tristesse – das ist unsere Idee.
Den Anfang macht das London Quartet am 6. November um 20 Uhr in der Illipse mit Weltklasse-A-Capella, very british und sehr witzig. Es folgt am 20. November um 20 Uhr Martin Stadtfeld mit Bach und Schumann. Und schließlich laden die saarländische Pianistin Maria Haupenthal und die Sopranistin Miriam Möckl am 30. November um 17 Uhr zu einer kulturellen Weltreise ein.
„Das wird ein heißer Herbst in der Illipse“, verspricht Gabi Steuer, die stellvertretende Kulturchefin der Gemeinde. Steht der Oktober ganz im Zeichen des Jazz-Jubiläums mit Euro-Jazz der hr-Bigband, Jacob Karlzon und den Wasserfuhrs, so sind im November 2014 die Klassik- und A-Capellafans gefragt. Es ist auch saarlandweit ein Top-Angebot das seinesgleichen sucht.
Dem Illinger Kultur-Team ist es gelungen, eine der weltbesten A-Capella-Formationen zu engagieren: Das London Quartet. Die A-Capella-Truppe zeigt, was es heißt „very british“ zu sein – Monty Python, Elton John, Take That, Andrew Lloyd-Webber und Miss Marple gehören zu ihrem Programm. Das ist witzig, auf die feine englische Art irrwitzig und immer unterhaltsam.
Was diese vier Herren machen, ist Musik-Comedy vom Feinsten. Seit über 30 Jahren touren sie durch die Welt. 13 Soloalben, mehr als 2000 Live-Performances weltweit und über 200 Fernsehauftritte sprechen für sich. Ob geistliche Musik, Pop, Jazz oder Klassik, diese Gentlemen fühlen sich überall zuhause.

Richard Bryan (Counter-Tenor), Steven Brooks (Tenor), Mark Fleming (Tenor) und Michael Steffan (Bariton), diese vier Sänger bilden das heutige Ensemble von “The London Quartet”. Ursprünglich als Gruppe von gesangsbegeisterten Studenten als „Cantabile“ in Cambridge gegründet, avancierte die A-Capella-Gruppe schon bald zu einem der gefragtesten britischen Ensembles. Überall lösten sie mit ihrer witzigen Art Begeisterungsstürme aus. Die Besetzung wechselte, das Programm entwickelte sich weiter, der Erfolg blieb dem Londoner Quartett bis heute treu. Eines der besten und beliebtesten Vokal-Ensembles der Welt wird jetzt auch in der Illinger Illipse gastieren, wo man schon immer ein besonderes Faible für A-capella-Gruppen hatte. Viva voce, Maybebop, SingSing, das Stimmflut-Festival, iNtrmzzo, Rock4, Ganz schön Feist haben die Illipse gerockt und geswingt, und das Publikum fand’s prima. Nun kommen also Londoner Weltstarts und sorgen für einen riesigen musikalischen Spaß. „Lassen Sie sich bezaubern und verzaubern“, sagt Bürgermeister und Kulturamtschef Dr. Armin König. Er hat gleich Ja gesagt, als Gabi Steuer den Vorschlag machte, die Londoner zu engagieren.
Mit Martin Stadtfeld kommt am 20. November 2014 einer der besten jungen Pianisten Europas in die Illipse nach Illingen. Wenn er am Flügel sitzt und Bach oder Schumann spielt, bleibt niemand ungerührt. Stadtfeld hat sich in den letzten 10 Jahren als führender Interpret der Musik Johann Sebastian Bachs etabliert. ECHO-Klassik-Preise dokumentieren seinen Erfolg. Spritzig und transparent klingen die schnellen Bach-Sätze, weich und kantabel die langsamen Sätze. Bach ist für ihn der „Gottvater der Musik“. Aber Bach ist nicht alles für ihn. Stadtfeld liebt auch deutsche Romantik und Beethoven. Der Starpianist wirkt unbekümmert, kann gut mit Schülern, steckt mit seiner Begeisterung an. 13 CDs hat der Star bei Sony Classical eingespielt.
Wenn er Schumann spielt, bezaubernd romantisch, emotional und einfühlsam, dann geht das unter die Haut: Ein Traum für alle Musikfans.
Bei den großen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Rheingau Musik Festival, der Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems und dem Menuhin Festival ist Stadtfeld regelmäßig zu Gast.
Ein großes Anliegen des Künstlers ist es, Kindern und Jugendlichen in Schulen den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. Er spricht bei regelmäßigen Schulbesuchen mit Schülern über seine Arbeit als Pianist, stellt ihnen die Musik vor und vermittelt so außerhalb des Konzertlebens auf eine unmittelbare persönliche Art die Begeisterung für klassische Musik. Und nicht wenige Schüler hat er animiert, selbst Klavier zu spielen.

„Ich habe vor zwei Jahren zum ersten Mal bei Stadtfeld angefragt, aber damals waren seine Konzerte schon sehr weit vorgeplant. Diesmal sind wir angefragt worden, ob wir noch Interesse an einem Gastspiel haben. Und natürlich haben wir zugesagt. Stadtfeld passt hervorragend in unser Programm. Ich denke, er ist der bisher beste Klassik-Pianist, den wir im Programm haben.“
Wer sich über Stadtfeld informieren will, findet im Internet hervorragende Videos, die Laune machen.
Saar international heißt es beim Konzert von Maria Haupenthal und Miriam Möckl am 30. November um 17 Uhr in der Illipse. Ihre musikalischen Erfahrungen aus dem In- und Ausland bei Wettbewerben, Konzerten und Opernproduktionen wollen die saarländische Pianistin Maria Haupenthal und die Sopranistin Miriam Möckl nutzen, um ihr Publikum zu begeistern. Mit einem Programm aus Liedern, Arien und Liedtranskriptionen verschiedener Länder laden sie ihre Zuhörer zu einer musikalischen Zeit- und Weltreise in die Illipse ein.

Die 28jährige Pianistin Maria Haupenthal studierte an der Universität des Saarlandes sowie der Hochschule für Musik Saar mit erstklassigen Leistungen. Von September 2009 bis Juli 2011 absolvierte Haupenthal ihr Masterstudium in Klavier an der renommierten Royal Academy of Music in London bei Prof. Pascal Nemirovski und Prof. William Fong.
Miriam Möckl wurde in Aschaffenburg geboren. An der Hochschule für Musik Saar studierte sie Gesang bis April 2013 bei Prof. Yaron Windmüller. Im Zeltpalast Merzig brillierte sie mit der Rolle der Ida aus „Die Fledermaus“.

Interview mit Illingens Bürgermeister und Kulturamtschef Armin König zum Klassikherbst 2014.

IS: Herr König, andere Veranstalter legen Ihre Klassik-Events mit Vorliebe ins Frühjahr oder in den Sommer, Sie präsentieren ihr KlassikAbo ausgerechnet im November. Wollen Sie die Menschen aufheitern?
König: Natürlich. Musik macht gute Stimmung. Das ist unser Job. Aber eigentlich war diese Terminierung Zufall. Wir hatten bei Martin Stadtfeld vor zwei Jahren nachgefragt, ob er in der Illipse spielen will. Ich habe von unserem Steinway-Flügel geschwärmt, von der tollen Akustik, dem begeisterungsfähigen Publikum. Und Anfang dieses Jahres kam dann die Zusage – für November. Das war uns ganz recht, weil wir damit nicht in Konkurrenz zu den populären Festivals standen. Gabi Steuer kam dann mit einer Buchungsanfrage des London-Quartets ebenfalls für November, und damit hatten wir einen Grundstock für ein tolles Klassikprogramm. Und da ich mit Maria Haupenthal schon vor zwei Jahren am Rande eines Konzerts mit Gilles Apap einig wurde, dass wir sie für die Illipse mussten wir für sie nur noch einen passenden Termin im November finden. Das ist uns gelungen.
IS: Was reizt Sie an Martin Stadtfeld?
König: Ich verfolge seine Karriere schon lange. Er war schon als Jugendlicher ein Supertalent. Ein Schlüsseljahr war 2007. Damals hat Martin Stadtfeld den Echo Klassik neben Superstars wie Montserrat Caballé, Anna Netrebko, Elina Garanca, Thomas Quasthoff, Mariss Jansons und Till Brönner erhalten. Als netrebko- und Brönner-Fan ist mir das natürlich sofort ins Auge gefallen. Auf der Feuilletonseite habe ich dann immer wieder Hymnen über Stadtfeld gelesen. 2010 hieß es: Er ist der bessere Lang Lang. Und dann habe ich in einem Film gesehen, wie toll er mit Schülern kommuniziert. Das war großartig. Also hab ich gedacht: Stadtfeld ist noch jung, er spielt brillant, er sieht gut aus, er kann mit jungen Leuten – den müssten wir doch für die Illipse bekommen. In diesem Jahr konnten wir „zuschlagen“. Martin Stadtfeld kommt, und wir freuen uns sehr. Ich bin gespannt auf seine Schumann-Interpretationen. Wenn er Bach spielt, ist er Weltklasse. Und er wird Bach spielen.
IS: Spielen Sie selbst gern Bach und Schumann?
König: Klavier ist mein Hobby. Deshalb spiele ich nur leichte Stücke. Und ich würde mich auch nie professionellen Pianisten vergleichen. Das sind Welten Unterschied. Trotzdem macht es mir Spaß, auch Noten von Bach und Schumann aufzulegen. Es gibt sehr schöne Stücke von Bach, die jeder Amateur gern spielt: Inventionen, Choräle, die Air, das Ave Maria in der Fassung Bach / Gounod. Und von Schumann hat jeder Klaviereleve irgendwann den Wilden Reiter oder das Album für die Jugend mit der berühmten Träumerei oder meinem Lieblingsstück „Der Dichter spricht“ gespielt.
IS: Von der ernsten zur leichten Klassik. Wie sind Sie an das London Quartett gekommen?
König: Meine Kulturamts-Stellvertreterin Gabi Steuer hat mir ein Video dieser A-Capella-Formation gezeigt. Sie war total begeistert. Ich habe reingeschaut und gesagt: Die sind spitze. Wenn die bezahlbar sind, nehmen wir die.
IS: Sind sie bezahlbar?
König: Die meisten Klassikinterpreten sind bezahlbar, anders als im Pop- und Rock-Metier. Wenn ein Pop-Talent einen Hit landet, schießen die Honorare durch die Decke. Ich halte das für ziemlich bescheuert. Die haben noch gar nicht bewiesen, dass sie einen ganzen Abend live bestreiten können und wollen schon nach dem ersten Hit gigantisch abkassieren. Dafür ist die Illipse zu klein. Um mit Popstars schwarze Zahlen zu schreiben, müssten wir viel höhere Preise nehmen und viel mehr Plätze haben. Haben wir aber nicht. Also müssen wir diesen Part der Rockhal in Luxemburg überlassen. Dafür etablieren wir uns immer besser bei Klassik und Jazz. Und bei A-Capella.
IS: A-Capella-Gesang hat in Illingen eine lange Tradition, wie wir gelesen haben?
König: Das fing mit Stimmflut und Viva Voce an. Das war ein tolles Festival, das immer gut besucht war. Viva Voce war immer die bekannte Zugnummer. Dazu kamen meist zwei weniger bekannte Bands. Mir hat das immer gut gefallen. Leider hat sich das Festival bei uns irgendwann totgelaufen.
IS: Jetzt beleben Sie das Ganze wieder?
König: Wir haben ja nach dem Abschied von Stimmflut nicht aufgehört mit A-Capella-Angeboten. Maybebop und SingSing beispielsweise haben hier eine treue Fangemeinde. Und deshalb sind wir auch sicher, dass das London Quartet in Illingen gut ankommen wird. Die sind superstark, very british mit hohen Entertainment-Qualitäten. Eine Weltklasseformation des A-Capella-Gesangs eben. Lassen Sie mich aber noch ein paar Worte zum Thema ernste und leichte Klassik sagen. Ich finde, dieser Unterschied ist überholt. Wir Deutschen sehen das viel zu eng. Im übrigen gibt es immer mehr Musiker, die Grenzübertritte wagen: von Klassik zu Pop, von E- zu U-Musik, von Jazz zu Klassik, von Klassik zu Jazz – alles geht, wenn Musiker gut sind. Qualität ist das wichtigste Kriterium.
IS: Welche Rolle spielt die Neugier für Sie?
König: Eine ganz große. Man darf diese Neugier nie verlieren, egal, wie alt man ist. Natürlich kommt es vor, dass einem die Musik, die man hört nicht gefällt. Aber oft sind neue Hör-Erfahrungen total wichtig. Ich habe am Wochenende bei 10 Jahre Jazz in der Illipse großartige Entdeckungen gemacht. Ich fand zum Beispiel das Schlagzeug-Battle von Dirk Rothbrust und Jonas Burgwinkel und ihre Soli wunderbar. Das war kreativ, witzig, pfiffig. Ich habe noch nie ein Schlagzeugsolo auf dem Bügelbrett gehört. Dirk hat das spontan gemacht, und die Leute waren begeistert.

Viel politisches Gebrodel – also selbst denken

Das große Brodeln

„It’s the end oft he world as we know it and I feel fine“ (REM)

Nichts ist mehr, wie es war, wir leben in turbulenten, unsicheren Zeiten und erleben gerade das „Ende der Welt, wie wir sie kannten“ (Leggewie/Welzer). Müssen wir uns fürchten? Die Popgruppe R.E.M. gibt das Motto vor: „It‘s the end of the world as we know it and I feel fine,“ sangen die US-Rocker schon 1987, und seither ist die Welt zwar nicht untergegangen, aber sie hat sich tatsächlich dramatisch verändert: Erst das Ende das Sozialismus, dann der Fall der Mauer, das Ende der DDR, die Globalisierung, die radikale Ökonomisierung der Welt, der 9. September 2001, die Weltwirtschafts- und Finanzkrise, Klimawandel, Fukushima, auf nationaler Ebene schließlich Stuttgart 21, Energiewende, Bankenkrise, Schuldenbremse … – und kein Ende der Turbulenzen in Sicht.
„Das Ende der Welt, wie wir sie kannten, und ich fühle mich gut“, singt R.E.M. – eine bemerkenswerte Einstellung.
Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Krisen auch Chancen sind. Krisen bieten Gelegenheiten, alte, festgefügte Ordnungen aufzubrechen und Neues zu wagen. Außerdem ändern sich Machtverhältnisse. Für Bürger, die es leid sind, nur Zuschauer in einem Spiel zu sein, das ihnen nicht gefällt, ist dies eine Gelegenheit, endlich richtig mitzumischen.
Ob das nicht übertrieben ist? Schließlich ist ein Dorf nicht die Welt (Dürrenmatt) und Gresaubach nicht Griechenland. Andererseits: Nie hatten deutsche Kommunen so hohe Liquiditätskredite wie in diesen Tagen. Rund 44 Milliarden Euro an Kassenkrediten haben die Städte und Gemeinden in Deutschland angehäuft (Bertelsmann Finanzreport 2013). Dramatisch ist die Lage im Saarland, kaum besser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, wo sich Kommunen ebenfalls gigantisch (und meist ohne eigenes Verschulden) verschuldet haben. Und auch Hessen zieht nach. Auch dort finanzieren Kommunen immer mehr laufende Ausgaben durch Liquiditäts- oder Kassenkredite. Das sind die Dispo-Kredite der Städte und Gemeinden. Schuldzuweisungen von Bundes- und Landespolitikern sind scheinheilig: Bund und Länder haben den Kommunen Last aufgebürdet, unter denen diese schier erdrückt werden. Trotzdem führt kein Weg an einer Rückführung dieser Schulden vorbei. Die Folge sind Haushaltssicherungskonzepte, massive Einschnitte in kommunale Leistungen und eine Existenzgefährdung der kommunalen Selbstverwaltung. „Kassenkredite gelten als Kern der kommunalen Finanzkrise, weil sie ausschließlich der Liquiditätssicherung dienen. Sie wurden zum Symbol der zunehmenden Handlungsunfähigkeit der Städte und Gemeinden, da mit steigenden Kassenkrediten auch der Raum für Investitionskredite und damit Bau und Instandhaltung von Straßen, Schulgebäuden und sonstiger städtischer Infrastruktur enger wird.“ (Bertelsmann 2013b)
Damit nicht genug: Überlagert werden diese Finanzprobleme vom demographischen Wandel, der regional sehr unterschiedlich verläuft. Schrumpfung, Alterung, Leerstände sind vor allem in Ostdeutschland Alltag, doch inzwischen hat es auch die Hälfte der westlichen Bundesländer erwischt. Während die Negativ-Effekte des demografischen Wandels im auch finanziell schwer gebeutelten Saarland flächendeckend auftreten, sind es in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor allem die dünner besiedelten ländlichen Gebiete. Auch Städte in den alten Montan- und Industrieregionen schwächeln oder zeigen unverkennbar Symptome eines beschleunigten Niedergangs. Die Ergebnisse des Zensus haben viele Stadt-Verantwortliche schockiert: Ihnen sind tausende Einwohner über Nacht abhanden gekommen. Auch die, die bisher den Kopf in den Sand gesteckt haben, sind nun in der Wirklichkeit angekommen: Weniger Einwohner heißt weniger Kaufkraft, schwächere Infrastrukturauslastung, Leerstände, steigende Entsorgungsgebühren, höhere Kosten, niedrigere Schlüsselzuweisungen und oft auch höhere Verschuldung.
Zwar versuchen viele Kommmunen, mit Einsprüchen und Klagen gegen den Zensus zu den alten Berechnungszahlen zurück zu kommen, doch das wird kaum gelingen. Und selbst wenn es gelänge: Das Rad der Entwicklung drehen sie auch mit Klagen nicht zurück.
All die „Urbaniker“, die erwartet haben, dass es die Einwohner nun in die Städte zieht, werden auch enttäuscht. Der große Sog ist ausgeblieben. Oft kommen die sozial Schwachen, die Migranten, die Hartz-IV-Empfänger. Das erhöht die Sozialkosten, die dann von den Umland-Gemeinden über die Kreisumlage finanziert werden müssen und dann auch einst gesunde Kommunen in den Ruin treiben. Die Berechnungsgrundlagen der Umlagesysteme sind aus den Fugen geraten und müssten endlich beklagt werden, damit sie gerichtlich revidiert werden.
Derweil bleibt der schrumpfende Mittelstand notgedrungen im Eigenheim im suburbanen oder ländlichen Raum. Denn weil dort die Eigentumswerte durch die vielen Leerstände sinken – eine typische Angebots-Nachfrage-Relations-Reaktion –, und in den Städten die Mieten und die Kosten für Eigentumswohnungen steigen, ist der prophezeite Umzugsboom vom Land in die Stadt ausgeblieben. Theorie und Praxis klaffen auseinander, Planungen sind nur begrenzt belastbar.
Gleichzeitig stellen die Bürgerinnen und Bürger immer höhere Ansprüche.
Anke Oxenfarth formuliert es so: „Kein Zweifel, es brodelt geräuschvoll. Nicht nur in den USA, Spanien und Israel, auch hierzulande erhebt sich Volkes Stimme lauter und öfter als in den Jahren zuvor. Nach Fukushima demonstrierten Zehntausende on- und offline für den Atomausstieg, die Hamburger Schulreform scheiterte am erbitterten Widerstand gut situierter Eltern und der Generationen übergreifende Protest gegen Stuttgart 21 hält trotz Schlichtung weiter an. Initiativen wie „Occupy Wall Street“ stoßen auf Sympathien und finden schnell Nachahmer in anderen Ländern.“ (Oxenfarth 2011: 7)
Vorbei die Zeit, als man sich auf alte Rezepte verlassen konnte, auf die Profis in Politik und Institutionen, auf Experten und Investoren. Vorbei die Zeit, als Wachstum garantiert war. Vorbei die Zeit, als es immer nur aufwärts ging. Die Ressourcen sind endlich, der demographische Wandel führt gerade bei uns zu Schrumpfung und Alterung, zu Krisen und Problemen. Kein Wunder, dass sich die Bürgerinnen und Bürger empören. Autoren wie der kürzlich gestorbene Philosoph Stéphane Hessel haben dieses „Empört euch!“ (Hessel 2011) ja auch weltweit gepredigt. Und die Bürger in der Twitter- und Netzwerkgesellschaft (Manuel Castells) haben dieses „Empört euch!“ gierig aufgesogen.
„Wirklich verwunderlich ist der Unmut der Bürger(innen) nicht, kracht es doch seit geraumer Zeit ordentlich im gesellschaftlichen Gebälk.“ Schreibt Anke Oxenfarth (2011: 7). Und fügt treffend hinzu: „Auffallend ist eher die neue Kreativität und Entschiedenheit der Proteste. Die Protestierenden sind es leid, dass die Politik mehr Rücksicht auf Lobbyinteressen nimmt als auf die legitimen Bedürfnisse des Volkes. Angesichts der sich verschärfenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Krisen und der damit einhergehenden Ungerechtigkeiten scheint eine Toleranzgrenze erreicht zu sein. Viele Menschen in den alten Demokratien möchten mehr tun, als nur alle paar Jahre bei Wahlen ihre Kreuzchen zu machen. Insbesondere bei weitreichenden Planungen und Entscheidungen vor ihrer Haustür wollen sie stärker mitreden und mitgestalten.“ (Oxenfarth 2011: 7)
Das ist auch sinnvoll und notwendig.
Um es mit Claus Leggewie und Harald Welzer zu formulieren: „Eine Gesellschaft, die die Krise verstehen und meistern will, kann sich nicht mehr auf Ingenieurskunst, Unternehmergeist und Berufspolitik verlassen (die alle gebracht werden), sie muss – das ist die zentrale These [...] – selbst eine politische werden. Eine Bürgergesellschaft im empathischen Sinn, deren Mitglieder sich als verantwortliche Teile eines Gemeinwesens verstehen, das ohne ihren aktiven Beitrag nicht überleben kann. Auch wenn diese Zumutung so gar nicht in die Zeit hineinzupassen scheint: Die Metakrise, mit der wir zu kämpfen haben, fordert mehr, nicht weniger Demokratie, individuelle Verantwortungsbereitschaft und kollektives Engagement“. (Leggewie/Welzer 2009: 13-14).
Und damit sind wir mittendrin im Thema: Die Stichworte lauten Bürgergesellschaft, Verantwortungsbereitschaft, kollektives Engagement, Kreativität, mitreden, mitgestalten, entscheiden.
„Selbst denken“ empfiehlt Harald Welzer (2013). Im Klappentext udn in den Handlungsanweisungen dazu heißt es lapidar: „1. Alles könnte anders sein. 2. Es hängt ausschließlich von Ihnen ab, ob sich etwas verändert.“
Es geht also keineswegs nur um Zeiten des Zorns und des Unmuts, um Protest und Widerstand. Es geht darum, Demokratie weiter zu denken“, um es mit den Worten von Paul Stefan Roß zu sagen, einem der profiliertesten Kenner der Bürgergesellschaft. Und dabei geht es ganz wesentlich um die Kommunen, um die den Bürgern am nächsten ist, wo der Ärger sich Bahn bricht, wo die Probleme kulminieren. Andere Ebenen entscheiden, die Kommunen haben am Ende das Desaster falsche Entscheidungen auszubaden.
Natürlich ist der Widerstand von Einwohnerinnen und Einwohnern nicht zu verachten. Nach Zeiten der Couch-Potatoes, der Resignation, der Selbstbezogenheit gibt es wieder „Spaß am Widerstand“ (Leggewie/Welzer 186). Indem sie sich nicht mehr als Masse Mensch von Profipolitikern und Verwaltungen behandeln lassen, werden aus diesen Menschen aktive Bürgerinnen und Bürger. Und dort müssen wir wieder ansetzen, am alten Bürger-Ideal, das schon die Aufklärer um Immanuel Kant vertreten haben. Oder modern gesagt: „Demokratien zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus gleichberechtigten Mitgliedern bestehen, die das Gemeinwesen unabhängig von Geschlecht, Glaube, Herkunft und Einkommen gestalten können. Der Idee nach sind Demokratien aktive Systeme, die vom Interesse, der Achtsamkeit und dem Engagement ihrer Mitglieder getragen werden.“ (Leggewie/Welzer 192)
Genau dort wollen wir ansetzen.
Es geht um „Bürgerbeteiligung 3.0“ (2011), um Partizipation als „Prinzip der Politik“ (Gerhardt 2007).
Bürgerbeteiligung ist nicht lästig, auch wenn viele Politiker und Verwaltungen dies noch so sehen, sondern lebensnotwendig für unsere Demokratie.
Bürgergesellschaft hat Zukunft, auch und gerade in Zeiten des Zorns, der Krise und des Umbruchs. Und diese Zukunft der kooperativen Demokratie in der Bürgergesellschaft, der Bürgergemeinde, der Bürgerstadt hat gerade erst begonnen. „Die Potenziale der Bürgergesellschaft sind noch längst nicht entwickelt“. (v.d.Leyen 2008:10)
Es sind ungeheure Ressourcen, die unter der Oberfläche schlummern. Man kann sie zum Teil aktivieren, aber nur dann, wenn man der Versuchung widersteht, sie zu instrumentalisieren, das ist mittlerweile nachgewiesen. Die Zahlen sind beachtlich, wie der Freiwilligensurvey belegt.
„23,4 Millionen Menschen engagieren sich in unserem Land freiwillig in unterschiedlichsten Organisationsformen und Bereichen. Die Vielzahl der Engagierten und die Vielfalt der Formen veranschaulichen die Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements und seiner Förderung, aber auch die Größe der Aufgabe. Ob es um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft, den demografischen Wandel, die Reform des Sozialstaates oder die Mitgestaltung in unserer Demokratie geht: Überall eröffnet bürgerschaftliches Engagement neue Denk- und Handlungsperspektiven.“ (v.d.Leyen, 10).

Literatur
Bertelsmann Stiftung (2013): Kommunaler Finanzreport 2013. Einnahmen, Ausgaben und Verschuldung im Ländervergleich. Gütersloh: Bertelsmann.
Bertelsmann Stiftung (2013b): Die Finanzkrise spitzt sich zu. Kommunaler Finanzreport der Bertelsmann Stiftung: Große strukturelle Unterschiede zwischen den Bundesländern. http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-384B3FC7-E7446EEB/bst/hs.xsl/nachrichten_117698.htm
Dettling, Daniel (Hg.) (2008): Die Zukunft der Bürgergesellschaft. Herausforderungen und Perspektiven für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ; Festschrift für Warnfried Dettling. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Castells, Manuel (2003): Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Stuttgart: UTB.
Gerhardt, Volker (2007): Partizipation. Das Prinzip der Politik. München: Beck.
Hessel, Stéphane (2011): Empört euch! Berlin: Ullstein.
Hessel, Stéphane / Vanderpooten, Gilles (2011): Engagiert euch! Berlin: Ullstein.
König, Armin (2011): Bürger und Demographie. Üartizipative Entwicklungsplanung für Gemeinden im demographischen Wandel ; Potenziale lokaler Governancestrategien in komplexen kommunalen Veränderungsprozessen. Merzig: Gollenstein.
Leggewie, Claus / Welzer, Harald (2010): Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie. Frankfurt/Main: Fischer.
Leyen, Ursula von der (2008): Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In: Dettling, Daniel (Hg.): Die Zukunft der Bürgergesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 8-16.
Oekom e.V. (Hg.)(2011): Bürgerbeteiligung 3.0. Zwischen Volksbegehren und Occupy-Bewegung. München: Oekom.
Oxenfarth, Anke (2005): Werte schöpfen. Ideen für nachhaltiges Konsumieren und Produzieren. München: Oekom.
Oxenfarth, Anke (2011): Editorial. In: Oekom e.V. (Hg.)(2011): Bürgerbeteiligung 3.0. Zwischen Volksbegehren und Occupy-Bewegung. München: Oekom. S. 7.
Rosenbladt, Bernhard von (2009): Freiwilliges Engagement in Deutschland. Freiwilligensurvey 1999. Gesamtbericht. Wiesbaden: VS-Verlag.
Soeffner, Hans-Georg (Hg.) (2010): Unsichere Zeiten. Herausforderungen gesellschaftlicher Transformationen. Wiesbaden: VS-Verlag.
Welzer, Harald (2013). Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt/M.: S. Fischer.

Dr. Armin König

https://politbuch.wordpress.com/2014/09/27/selbst-denken-in-zeiten-des-grosen-brodelns/

http://arminkoenig.de/blog/2014/09/28/selbst-denken-in-zeiten-des-grossen-umbruchs/

Wider die Egologie – Schirrmachers Vermächtnis


Schirrmachers Vermächtnis

Niemand hätte erwartet, dass „Ego“ Frank Schirrmachers Vermächtnis sei. Dass er im Alter von 54 Jahren aus dem Leben gerissen wurde, hat Freunde, Bewunderer und Gegner völlig überrascht. Mit seinem Tod hat niemand gerechnet. Für Alter Ego Schirrmacher war das „Spiel des Lebens“ viel zu kurz.
Schirrmacher, dieser brillante Schreiber, dieser weitsichtige Intellektuelle mit dem Gespür für Themen der Zeit, der polarisiert hat wie kein anderer Publizist unserer Zeit, hat mit „Ego“ ein Buch hinterlassen, mit dem er gegen die Diktatur des homo oeconomicus wetterte. Und er wurde ernst genommen, weil er als Herausgeber der FAZ gerade das Leitmedium des ökonomisch durchrationalisierten Menschen repräsentierte. Dass er damit vielen Kritikern des Kapitalismus aus der Seele sprach, versteht sich von selbst.
Nimmt man Schirrmachers „Ego“ jetzt – nach dem plötzlichen Tod des Autors und angesichts des Kriegs in der Ukraine und des gestörten europäisch-russischen Verhältnisses, aber auch angesichts der heftigen Debatte um TTIP – erneut zur Hand, wird man an der einen oder anderen Stelle zusammenzucken. Schirrmacher legt Mechanismen offen, die auch hilfreich bei der Erklärung aktueller politischer Phänomene sind.
„Wer heute über den Lebensstil und den astronomischen Zahlenwahn der Wall-Street-Physik den Kopf schüttelt, die Männlichkeitsrituale, die Brunftschreie, anhand deren man registrieren kann, dass Trader ihr ‚Killing‘ gemacht haben, wer in den später bekannt gewordenen E-Mails von Investmentbanken liest, wie man dort unter Umständen ganze Volkswirtschaften über die Klinge springen ließ, der konnte diese Verhaltensweisen für Pathologien des ‚Tiers im Manne‘ halten: So ist er der Mensch, wenn er ganz bei sich selbst ist.
Das Gegenteil aber ist der Fall. Es sind exakt die Verhaltensweisen, die in den Fünfzigerjahren – vor allem unter amerikanischen Physikern, Militärs und Ökonomen – synthetisch produziert worden sind.“ (Schirrmacher 2013: 79)
Erstaunlich, diese fundamentale Kultur-, Wirtschafts- und Gesellschaftskritik ausgerechnet in Büchern des einstigen Feuilletonchefs und späteren FAZ-Herausgebers zu lesen. Zahlenwahn, Männlichkeitsrituale an der Börse, Brunftschreie der Gordon Geckos, Killing Trader, Wall-Street-Physik – das klingt schon hammerhart nach Macho-Produktion und inszenierter Männlichkeit in einem eiskalten Spiel, bei dem Milliarden bewegt und vor allem Macht ausgeübt wird.
Das sind Produkte einer amerikanischen „Spieltheorie“, mit der die Gegner um jeden Preis in Schach gehalten wurden. Sie spielen noch immer eine fundamentale Rolle im Krieg der Top Dogs (Urs Widmer). Urs Widmer lässt in „Top Dogs“ den Manager Urs Biehler die Philosophie der Wirtschaftskrieger erklären:
„Im Krieg brauche ich andere Männer als im Frieden. Heute brauche ich Generäle, die als allererste in den Dschungel gehen. Die draufhalten können. Heute gibt es echte Tote! Sie müssen mit dem Flammenwerfer in die Konkurrenz rein und die ausräuchern. Sonst sind SIE dran. Churchill war im Frieden eine Niete. Aber im Krieg war er ein As. Heute sind wieder die Churchills gefragt.“ (Widmer 21)
Natürlich kennt Schirrmacher „seinen“ Urs Widmer. Er hat dessen Bücher und Herausgeberschaften rezensiert und kommentiert. Und er hat die Gesetzmäßigkeiten des Marktes und der angewandten Spieltheorie studiert. An dieser Stelle ist er ganz nah bei Widmers Top Dogs.
„Es ging im Kalten Krieg um das Leben von Menschen, aber da der Atomkrieg nie ausbrach, entwickelte sich in den egoistischen Logiken, wie Paul Edwards mit einer Fülle von Beispielen belegt, schon in den damaligen Thinktanks der gleiche Größenwahn für Zahlen und die gleiche Ungewöhnlichkeit des Verhaltens.“ (Schirrmacher, 79)
Die großen Zahlen sind das Eine, das Siegen-Wollen das Zweite. Es geht aber um mehr. Schirrmacher beschreibt es an Hand der Automaten des Viktorianischen Zeitalters, die er in Beziehung zur heutigen Automatisierung setzt:
„Kombinieren, entschlüsseln, enttarnen, überführen und vollständig die Perspektive des anderen durch Beobachtung einnehmen – sobald der Mensch auch nur in die Nähe digitaler Technologien kommt, will er offenbar sofort in die Köpfe der anderen Menschen eindringen, sei es durch Detektive oder Algoritmen“.
Und schon sind wir bei Google und Facebook.
„Bei allen Menschen entdeckt man dann Türen, die in ihr Inneres führen, oder gläserne Schädeldecken wie die Automaten des großen Spielzeugautomatenerfinders Vaucanson.“ (Schirrmacher 134)
Ist das nicht der eigentliche Sinn von Google, Facebook und Co, Menschen zu entschlüsseln und in ihre Köpfe einzudringen, um sie so zu manipulieren und zu beherrschen? Jaron Lanier hat dies in seiner scharfsichtigen Analyse „Wem gehört die Zukunft?“ prägnant dargestellt.
Man soll deshalb auch die Mahnungen Schirrmachers ernst nehmen, denn sie sind keineswegs abwegig: „Maschinen haben die Macht, gesellschaftliche Normen zu produzieren, ohne sie kommunizieren und ohne sie begründen zu müssen. Sie können, wie die Technikgeschichte gezeigt hat, wirksamer sein als gesetzgebende Apparate.“ (127)
Das ist die Optimierung von Max Webers Bureaucratie-Modell mit Hilfe der Macht maschinell wirksamer Algoritmen. Aber selbst dieses System lässt sich noch optimieren. Dabei geht es laut Schirrmacher „nicht um Ressourcen, Bodenschätze, Produkte, sondern nur um eines: um die alchemistische Umwandlung der Seele in jeden nur wünschbaren Stoff.“ (211).
Google hat dies perfektioniert, und die Menschen huldigen die Suchmaschine täglich milliardenfach. Dabei geht es „nicht mehr um die Manipulation der Dinge durch Wissenschaft, sondern um die Manipulation der Seele durch eine Art digitale Alchemie“ (Schirrmacher 211).
Wer entdeckt solche Gesetzmäßigkeiten? Wie kommt er darauf? Durch Kombination? Durch Intuition? Frank Schirrmacher konnte sich auf Intuition und Kombination verlassen. Er war ein Magier, ein Alchimist, ein Druide des 21.Jahrhunderts. Und er hat Entwicklungen beschrieben, die kein Anderer so beschrieben hat.
Er bietet uns aber auch den Ausweg an: „Nach Lage der Dinge kann er nur darin bestehen, die Ökonomisierung unseres Lebens von einem mittlerweile fest in die Systeme verdrahteten Mechanismus des egoistischen und unaufrichtigen Menschenbildes zu trennen.“ (286)
In Deutschland wäre die Reaktion sogar „ganz einfach: nicht mitspielen. Jedenfalls nicht nach den Regeln, die Nummer 2 uns aufzwingt. Es ist eine Entscheidung, die nur der Einzelne treffen kann – und die Politik. Die Chancen in Deutschland stehen gut, weil es die Realwirtschaft ist, die immer noch der Motor seines Wohlstands ist.“ (287)
Zu den von Schirrmacher vorgeschlagenen pragmatischen Schritten gehören der Aufbau europäischer Suchmaschinen ebenso wie „eine Neudefinition und Umbenennung von Datenschutz‘“. (287)
Und schließlich ist es ja nicht verboten, selbst zu denken. Schirrmacher würde es gefallen, wenn wir alle zu Selbst- und Freidenkern würden.

Und hier noch einmal die Politbuch-Kritik zu „Ego“:

Ego – Es wächst ein neues soziales Monster heran
Frank Schirrmacher: Ego. Das Spiel des Leben
Auf der Grundlage einer gewagten Prämisse hat Frank Schirrmacher seinen Bestseller „Ego“ geschrieben. “Es wächst ein neues soziales Monster heran, das aus Egoismus, Misstrauen und Angst zusammengesetzt ist und gar nicht anders kann, als im anderen immer das Schlechteste zu vermuten. Und nichts, was man sagt, bedeutet noch, was es heißt.” Da hat nun einer wirklich Mut gehabt. Und zwar ein Top-Journalist aus dem Tempelbezirk des Neoliberalismus. Chapeau! dass einer der prominentesten Tempelritter aus dem Heiligen Gral des medialen Neoliberalismus die Courage und die Chuzpe hat, einen solchen Totalverriss der egoistischen neoliberalen Wirtschaft zu schreiben und damit vor allem der Managerkaste in die Suppe zu spucken, die die schwarze Milch der Egotripper seit Jahr und Tag als Wahrheitsserum schlürft. Aber es gibt auch ernsthafte Kritik an Schirrmachers Sachbuch/Erzählung/Traktat.
Es ist ein grelles Buch. Frank Schirrmachers „Ego – Das Spiel des Lebens” hat heftige Reaktionen provoziert und Kritiker und Leserschaft gespalten. Das Thema trifft einen Nerv, Kapitalismuskritik verbindet sich mit dem großen Unbehagen an einer radikalen Ökonomisierung und Digitalisierung der Welt.
Das Buch besteht aus zwei Teilen und handelt vordergründig von der Spieltheorie, hintergründig von der Entstehung eines Monsters, das den Menschen zu einer nicht mehr selbst handlungsfähigen fremdgesteuerten Maschine macht. Teil 1 heißt „Die Optimierung des Spiels” und beginnt mit dem für das ganze Buch wegweisenden Satz „Das Militär sucht eine Antwort auf die Frage, wie man sich egoistisch verhält”.
Laut Schirrmacher haben US-Militärs und -Ökonomen unter dem Dach der „Rand Corporation” zu Beginn der Fünfzigerjahre die „Spieltheorie” entwickelt, um das Verhalten der Sowjetunion und der Kommunisten im Kalten Krieg voraussagen zu können. Und als der (kalte) Krieg zu Ende ist, zieht es die gefühlskalten Mathematiker-Spieler an die Wall Street, und dort sind sie im Kampf der Neoliberalen erst recht gut aufgehoben. Nun, im Echtzeit-Handel der Automaten, kommt ihre große Stunde. Niemand hält sie und ihre mathematisch durchgestylten Monster auf. Ihr Handeln passt zur Ideologie des Neoliberalismus, nach der Menschen im Sinne Adam Smith’s vor allem aus egoistischen Motiven handeln und sich am Eigeninteresse orientieren.
Konsequenterweise folgte auf die Optimierung des Spiels die „Optimierung des Menschen” (Teil 2), nachdem Schirrmacher zuvor in 22 Schlagzeilen-Kapiteln Begriffe wie „Prophezeiung”, „Monster”, „Massaker”, „Android”, „Schizophrenie”, „Politik”, „Matrix”, Big Data und Unterwerfung eingeführt hatte. In den Gebrauchsanleitungen für das Leben haben die „Alchemisten” die „Verwandlung der Seele”, die schöpferische Zerstörung mit „Death Dating” und „Reengeneering” alternativlos vorgesehen, bevor erst das „Du” im „Massenwahn” der „Auslöschung von Zeitsequenzen” zum Opfer fällt, bis am Ende nur noch „Ego” steht. Und an der Stelle sagt Schirrmacher: Stopp. Schluss mit dem Wahnsinn. Nicht mehr mitspielen! Es ist an der Zeit.
Schirrmachers Befund: Wir alle sind nur noch Marionetten von Spielern, die mit uns machen, was sie wollen. „Das Monster” Spieltheorie, für den Kalten Krieg entwickelt, hat sich in Wirtschaft und Alltag ausgebreitet. Emotionen werden ausgeblendet. Gewinnen kann nur, wer egoistisch seine Bahn zieht: An der Wall Street, in den Hedgefonds, in den Großkonzernen, bei Verträgen, im Sport, im Alltagsleben, im Beruf. In unseren Haushalten hat das emotionslose Monster „Nr. 2″, unser egoistisches Alter Ego, längst Einzug gehalten, um auch uns zu manipulieren. Mega-Ego „Nr. 2″ will angeblich „in die Köpfe der Menschen eindringen, um Waren und Politik zu verkaufen.”
Dieses egoistische Wesen, das nur auf seinen Vorteil aus ist, scheint ja tatsächlich überall präsent. Der Homo oeconomicus beherrscht und manipuliert alles. Wir denken aber erleichtert: Endlich schreibt ein Kronzeuge aus dem Tempeldistrikt der kapitalistischen Weltanschauung – FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher –, was wir alle immer schon lesen wollten: dass das nicht „unser“ Wirtschaftssystem ist. Das ist nicht die Soziale Marktwirtschaft, von der die Deutschen immer schwärmten. Es ist ein anglikanisch-amerikanischer Zombie. Schirrmacher lässt daran keine Zweifel. Wo Kooperation durch blanken Egoismus verdrängt ist, wo Menschen zu Maschinen werden, Algoritmen Emotionen ersetzen, wo Wirtschaft nichts Anderes als eiskalter Krieg ist, bleibt nur noch Monster-Ökonomie.
 

Schirrmachers Kritik am Homo Oeconomicus ist beißend, sie ist knallig vorgetragen, und sie ist im Kern richtig. Das ist das Gute an Schirrmachers Philippika gegen die Diktatur der Zahlenfetischisten und Börsenspekulanten, der Spieltheoretiker und der Wallstreet-Krieger, der Controlling-Fanatiker und Algoritmen-Tyrannei im 21. Jahrhundert. Auch als Steinbruch für Kapitalismuskritiker kann Schirrmachers “Monster-Maschinen”-Stürmerei gut genutzt werden. Das haben Christian Schlüter (FR), Andreas Zielcke (SZ) und Thomas Assheuer (ZEIT) lobend herausgestellt.
Aber das Buch hat auch erhebliche Schwächen: Es ist zu lang, phasenweise unstrukturiert und oft effekthascherisch.
Cornelius Tittel hat in der WELT in einem Fundamental-Verriss das Buch des FAZ-Herausgebers regelrecht auseinandergenommen. Kalt lächelnd stellt er Schirrmachers Kompetenz als Zeithistoriker in Frage, um schließlich auf die entscheidende Schwäche des Buches einzugehen: die „Verteufelung der Spieltheorie als Waffe der mad scientists im Kalten Krieg”. Recht hat Schirrmacher schon mit der Behauptung, dass die Spieltheorie vor allem die nonkooperative Verhaltensweise im Blick hat. Aber es gibt eben auch die kooperative Variante, auch wenn es dafür keinen Nobelpreis gab. Tittels kleine Sottise: „Die Vorstellung, die Spieltheorie mache aus Menschen Monster, kann sich also nur entwickeln, wo die Vernunft schläft.”
Auch Schirrmachers „Referenz-Monster” John Nash und Kenneth Binmore lässt WELT-Kritiker Tittel nicht als solche gelten. Nash sei sehr krank gewesen, wie auch der oscarprämierte Film „A Beautiful Mind” erzählt habe, und Binmore setze sich für Fairness im Sinne John Rawls ein. Punkt für Tittel. Der kritisiert mit Recht Schirrmachers wenn nicht schlampiges, so doch selektives Zitieren, das auch mir unangenehm aufgefallen ist und kommt zum Schluss: „Wo man auch bohrt, es sind denkbar dünne Bretter, aus denen Schirrmacher ein windschiefes Gedankengebäude zimmert.”
Ich kann trotzdem Tittels Totalverriss ganz und gar nicht teilen! Mir imponiert Schirrmachers Buch. Und das Thema ist topaktuell
Fazit
Schirrmacher hat eine gewagte Prämisse zur Grundlage eines provokativen Buchs gemacht. Respekt, dass einer der prominentesten Tempelritter aus dem Heiligen Gral des medialen Neoliberalismus den Mut hat, einen solchen Totalverriss der egoistischen neoliberalen Wirtschaft zu schreiben und damit vor allem der Managerkaste in die Suppe zu spucken, die die schwarze Milch der Egotripper seit Jahr und Tag täglich gierig trinkt.
Dass Egoismus in vielen Lebensbereichen prägend geworden ist, dass Algoritmen Emotionen verdrängt haben, dass Menschen sich als Marionetten fühlen, all dies ist treffend beschrieben. Der Rest ist Essay und Feuilleton. Man kann ja aussteigen, wie Schirrmacher treffend schreibt.

Besprochenes Buch:
Frank Schirrmacher (2013): Ego. Das Spiel des Lebens. München: Karl Blessing Verlag.

Ergänzende Literatur
Urs Widmer: Top Dogs.

Armin König

FAZ-Oekonomenranking – Flach-Sinn ohne Sinn


“Auf diese Ökonomen hört das Land”, tönt die FAZ. Dabei preist sie ihre “Rangliste der Ökonomen” (FAZ 207, S. 22) gleich viermal an: Als Aufmacher im Wirtschaftsteil  (“Auf diese Ökonomen hört das Land”, S. 19), als Kommentar (“Hört den Experten zu”, S. 19), als Erklärstück (“So entstand die Rangliste der Ökonomen”, S. 22) und als Sinn-Lobhudelei (“Der Euro-Streiter”, S. 26). Da muss akute Artikelnot bei der FAZ geherrscht haben. In solchen Fällen kann man auf mehrfache Weise abhelfen: mit großen Fotos (Sinn beim Telefonieren – so hat man Artikel vor 30 Jahren illustriert), mit einer bunten Ranking-Liste nach Art des Focus oder mit einer Vielzahl ähnlicher Artikel zu einem Thema. “Ist das Kunst oder kann das weg?” – dieser Buchtitel ist mir zuerst eingefallen, als ich den Wirtschaftsteil der FAZ gelesen habe. Aber so einfach sollten wir uns die Sache nicht machen. Es macht ja Sinn, um es ungermanistisch denglisch, aber treffend zu formulieren, den FAZ-Kronzeugen Hans Werner Sinn in den Himmel zu heben, wenn man ihn als WirtschaftsleiDmedium  immer wieder selbst zitiert. Hätte der Chef des Münchener Ifo-Instituts (“Ich bin als politischer Ökonom angetreten, die Welt zu verbessern”) nicht schon so viel Flach-Sinn verbreitet, hätte ich mir kaum die Mühe gemacht, der Sache mit den einflussreichsten Ökonomen auf den Grund zu gehen. So hat die FAZ die öffentliche Wirkung anhand von Zitaten und Umfragepunkten in Medien und bei Politikern und Ministerialen ermitteln lassen und dann mit einem höchst merkwürdigen Punktsystem “gewichtet”, das nicht ganz an gelbe Engel heranreicht, aber höchst verzerrend wirkt. Wie man mit Mediengeplauder bei FAZ, Morgenmagazin und anderen Medien an die Spitze rückt, wissen Ökonomen, die fernsehöffentlich aktiv sind: Je querer das Zitat, desto größer die Chance, von Medien wahrgenommen zu werden. Und da man mit den beiden Kategorien Medien und Politik gleich doppelt punkten kann, ist ein Sieg in diesen Kategorien schon die doppelte Miete. Nun könnte man die Punkte so verteilen, dass Sinn 250, Marcel Fratzscher 249, Clemens Fuest 248 Punkte, Lars Feld 247 bekäme. Das wäre aber womöglich nicht im Sinne der FAZ und ihrer Rankingmacher, denn Sinn ist im Sinne des Rankings forschungsschwach und erhält dort nur 65 Punkte. Damit liegt er unter “ferner liefen…” Also gab es “proportionale” Punkte, was immer dies bedeutet. So hat Sinn in den gewichtigen Kategorien als viel zitierter Querschießer jeweils 250 Punkte, der jeweilige zweitplatzierte aber nur 201 (Marcel Fratzscher, Medien) bzw. 212 (Peter Bofinger, Politik) Punkte. Noch schlimmer trifft es die ausgewiesenen und in der Fachliteratur viel zitierten Forschungsgrößen Axel Ockenfels (Universität Köln) und Ludger Wößmann (Ifo-Instiut). Ockenfels, immerhin drittwichtigster Ökonom in der FAZ-Liste, erhält im Medienranking ganz Punkte, im Politikranking gar null Punkte. Mit Verlaub: Das ist hirnrissiger Quatsch. Wößmann kommt in der Medienwirkung auf 10 Punkte, im Politranking auf 3 Punkte. Würde man statt der “proportionalen” Gewichtung eine lineare zugrunde legen, würde die Liste mächtig durcheinandergewirbelt – und Hans Werner Sinn wäre nicht mehr die Nummer eins, sondern Einer unter Vielen. Marcel Fratzscher wäre dann Sieger. Axel Börsch-Supan vom Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter würden dann mächtig nach vorn rücken. Auch Claudia Kemfert würde einen Sprung nach vorn machen. Wobei auch ein solches Ranking seine Tücken hat. Vollends absurd wird der FAZ-Hubug, wenn Patrick Bernau “seine” vierfach gepuschte Liste zum Maßstab aller Dinge für die Politik machen will (Bürger, hört auf diese Ökonomen!). Sehr geehrter Herr Bernau, Ihre Liste ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt ist. Wer Hans-Werner Sinn zum Sinn des ökonomisch-politischen Lebens macht, macht den Leicht-Sinn den Maßstab aller Dinge. Das ist flachsinnig. Vergessen wir den Humbug. Und wenden wir uns wichtigeren Dingen zu. P.S.:  Dass die unvermeidlichen Eurogegner, Henkel- und Hankel-Anhänger, Starbatty-Fans und AfD-Jünger ihren flachsinnigen und schwachsinnigen Senf unter die elektronischen VErsionen der FAZ-Artikel setzen, wunder nun gar nicht. Was mich allerdings überrascht, ist ihr missionarischer Eifer, der nah am Geifer ist. P.S.2: Dass Sinn zwar von der Politik und in den Ministerien wahrgenommen, aber nicht ernst genommen wird, legt das Ranking nahe. Das war sicher so nicht gewollt.   Armin König

Illingen feiert 10 Jahre Jazz in der Illipse

10 Jahre Jazz in der Illipse, das ist eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Sie hängt vor allem mit dem Namen Jochen Krämer zusammen. Der viel zu früh gestorbene Percussionist war mit Peter Kleiß zusammen der Gründer von „Gumbo“ – Jazz und Eintopf am Montag -, er hatte die Kontakte, er pflegte sein Netzwerk, und er sorgte dafür, dass die saarländische Jazz-Elite im Foyer der Illipse auftrat. Als dann SR 2 Kulturradio mit Jazzredakteur Dr. Peter Kleiß mit Livesendungen (Jazz live with Friends) hinzukam, wurden neue Maßstäbe gesetzt, der Jazz im Illtal wurde Saarlandweit eine erste Adresse. Dass auch Sponsoren wie die Sparkasse Neunkirchen und das Gaswerk Illingen daran einen großen Anteil haben, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Illingen ist etabliert. Kein Wunder, dass Bürgermeister und Kulturchef Dr. Armin König in einem Interview mit dem Kulturmagazin OPUS selbstbewusst erklärte: Im Jazz spielen wir in der Champions League.“ Und das ist nicht übertrieben. König hat Recht. „Aber wir mussten uns diesen Status hart erarbeiten,“ fügt er hinzu. Er muss es wissen – ohne seine Zustimmung läuft nichts. Bei allen Freiheiten für die Kulturamtsleitung hatte er immer ein entscheidendes Wort mitzureden. Und seit 2011 ist König nicht nur Bürgermeister, sondern auch Kulturchef.

Zu den Künstlern, die seit 2004 in der Illipse auftraten, gehörten nationale und internationale Echo- und Kunstpreisträger ebenso wie internationale Stars: Es ist ein Who is Who des Jazz: Michael Wollny, Iiro Rantala, Gwilym Simcock, Nils Landgren, Eliane Elias und die HR-Bigband, Billy Cobham (der 2005 im Tourplan noch schrieb „Illingen bei Saarbrücken“), Lyambiko, Christof Thewes, Thorsten Goods, Dieter Ilg, Wolfgang Haffner, Joscho Stephan und viele andere. Elfi Kleiß, die seit 5 Jahren das Booking organisiert, hatte schließlich die Idee des ersten saarländischen „Artist in Residence“. Die Wahl fiel auf Roman Wasserfuhr, den beeindruckenden Jazzpianisten, der seinen Bruder Julian Wasserfuhr mitbrachte, einen begnadeten Jazz-Trompeter. Sie begeisterten die Zuhörer im Rathaussaal und werden auch bei 10 Jahre Jazz in der Illipse für ein volles Haus sorgen. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wird Euro-Jazz vom Feinsten zelebriert. Der Samstag beginnt mit der HR Bigband & Musikern der Großregion, anschließend das Julian & Roman Wasserfuhr Quartett. Der Sonntag zur Martinée: Memory-Jazz für Jochen Krämer mit den Percussionisten Dirk Rothbrust und Jonas Burgwinkel. Dirk ist ein Illinger „Eigengewächs“ , beide gehören heute zu den Großen ihrer Zunft in Deutschland. Nach dem Eintopf präsentiert das schwedische Klaviertrio JK3 seine neue CD Shine zum ersten Mal in Deutschland.

AK